Geschrieben von Christian Schnettelker

Schlagwörter:

Auf Wolke 7

Kürzlich erreichte mich eine Werbe-Email, die ich nicht unkommentiert lassen möchte:

Ein kluger Kopf hat einmal gesagt: „Eine Festplatte ist viel zu unsicher, um ihr Daten anzuvertrauen.“ Auch wenn sich seitdem bei den Speichermedien viel verbessert hat, wer hat noch nie davon gehört oder es – schlimmstenfalls – selbst erlebt; die Daten sind weg. Gründe dafür gibt es viele, die wichtigsten:

Computer oder Festplatte defekt (auch Ihr Smartphone und Ihr Tablet PC sind übrigens Computer, oder haben Sie dort keine Daten?)
Gerät gestohlen
Gerät verloren
Versehentlich gelöscht

Der Absender möchte wohl, das man seine Backups in die sogenannte „Cloud“ verlagert. In meinem Artikel „Datensicherungen“ vom 12.Oktober 2012 habe ich schon einmal ausführlich beschrieben, wie ich meine Daten sichere und das eine Sicherung auf Wolke 7 für mich keinesfalls in Frage kommt. Hat sich etwas verändert, warum keine Sicherung in der Cloud? Hier etwas ausführlicher das Pro & Contra dazu:
Wolken

Pro Cloud

Eine Sicherung von Daten über das Internet hätte natürlich Vorteile:

  • Die Daten sind überall für mich verfügbar
  • Die Sicherung der dort gespeicherten Daten übernimmt jemand für mich
  • Datenverlust durch Einbruch und Diebstahl nicht möglich
  • Einsparung der Kosten für externe Sicherungsmedien

Contra

Bei den Nachteilen fällt mir deutlich mehr ein:

  • Meist langsame Übertragung
  • Kein Zugriff auf die Daten, wenn kein Internetzugang vorhanden ist
  • Kein Zugriff auf die Daten bei technischen Problemen des Anbieters
  • Datenschutzprobleme, insbesondere, wenn der Server in den USA liegt (NSA)
  • Zuverlässigkeit des Dienstleisters nicht immer ersichtlich (Insolvenzrisiko)
  • Ggf. laufende Kosten für den Speicherplatz
  • Sicherheitsprobleme, die Daten könnten auf dem Weg abgefangen werden
  • Sicherheitslücken beim Anbieter möglich
  • Wird ein „nicht starkes“, dafür leichter zu merkendes Passwort gewählt besteht die Gefahr, dass Dritte über „Brute-Force-Attacken“ Zugriff auf die Daten erlangen

Liebe NSA, ich habe meine Festplatte gelöscht, könnt Ihr mir bitte eine Kopie meiner Daten schicken…

Alleine durch den Punkt NSA kommt eine Sicherung meiner Geschäftsdaten auf Wolke 7 für mich keinesfalls in Betracht, mögen die Werbetrommeln dafür noch so stark angeschlagen werden. Die paranoide Überwachung durch diese „Agency“ aus einem mit uns angeblich so befreundeten Land ist schon schlimm genug, da muss ich denen die Daten nicht auch noch direkt auf die Server hochladen. Allerdings, dass wollte ich fairerweise dann auch noch sagen, ist eine Sicherung in der Cloud immer noch besser als gar keine.

Ich persönlich werde für meine Geschäftsdaten weiterhin zu externen, per USB angeschlossenen und verschlüsselten Datenträgern greifen und diese außerhalb der Büroräume lagern. Diese sind viel schneller, durch Verschlüsselung sicherer und unschlagbar günstig.

Überhaupt frage ich mich, wer wohl dieser kluge Kopf gewesen ist, der seine Daten nicht den Festplatte anvertrauen möchte, letztlich speichern auch die Cloud-Anbieter doch alles wieder auf eben solchen angeblich so unsicheren Medien. So klug kann der wohl doch nicht gewesen sein.

Pin on PinterestShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedIn

Kommentare

Kommentare

Kommentar schreiben

Allgemeiner Hinweis: Bitte kommentieren Sie zum Thema unter Vermeidung von Allgemeinplätzen und Einzeilern. Eine korrekte Rechtschreibung wird erwartet.

Hinweis für SEO-Kommentarschreiber: alle Links sind nofollow und steigern Eure Linkpopularität nicht. Die Kommentare werden moderiert, offensichtliche SEO-Kommentare nicht veröffentlicht.