Geschrieben von Christian Schnettelker

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Webdesign-Fehler, Folge 1: Unflexibles Layout

Ich beginne heute eine neue Reihe mit der Überschrift „Webdesign-Fehler“. In unregelmäßigen Abständen werde ich dabei einige der Dinge aufzeigen, die mich an der Arbeit anderer Webdesigner stören und ich die bei meinen Seiten natürlich vermeide.

Alle haben den gleichen Bildschirm wie ich

Eines der ärgerlichsten Dinge, die mir beim Surfen im Netz immer wieder begegnen, ist ein unflexibles Layout. Ich spreche dabei nicht vom Fehlen eines sogenannten „Responsive Webdesign“, ein solches Layout ist natürlich toll aber nicht immer gewünscht und auch nicht immer machbar bzw. bezahlbar.

Ich spreche davon, dass das Layout mancher Webdesigner in keinster Art und Weise berücksichtigt, wie unterschiedlich die Anzeigeformate bei den Besuchern sein können. Man geht frei nach dem Motto „die ganze Welt hat gefälligst den gleichen Bildschirm zu benutzen, wie ich es tue“, vor. Hier ein Beispiel:

Screenshot Webauftritt
Der Screenshot einer Seite, die ich mir neulich ansah. Aus urheberrechtlichen Gründen – ich möchte hier niemanden beleidigen – habe ich alle Inhalte entfernt, URLs sowie Seitentitel geschwärzt und die Hintergrundfarbe verändert.

Im ersten Moment fällt dem Betrachter nicht direkt etwas auf, das Layout ist nicht besonders einfallsreich, aber auch nicht richtig schlecht. Gut ist: die Seite wird zentriert dargestellt. Nicht gefällt mir persönlich auf den ersten Blick, dass der Inhalt optisch stark begrenzt wird („Kastendesign“). Zusätzlich fallen mir noch ein paar andere Dinge unangenehm auf, siehe hier:

Screenshort mit Fehler-Markierung
Das sogenannte „Favicon“ im Reiter oben fehlt, das sollte einem wirklich professionellen Webdesigner nicht passieren. Wesentlich schlimmer finde ich aber den Scrollbar rechts, der Text und damit das wichtigste Element der Seite wird durch dessen Länge nicht komplett angezeigt. Warum ich das unpassend finde verdeutlicht der nächste Screenshot, dabei habe ich das Browserfenster auf volle Bildschirmgröße – bei mir 1920 x 1080 Pixel – gebracht:

Screenshot Layout bei voller Bildschirmauflösung
Ich glaube, hier wird deutlich, was ich meine. Der Inhalt der Seiten wirkt im großen Bildschirm verloren, obwohl im unteren Bereich ausreichend Platz wäre, den Text vollständig anzuzeigen, wird dieser in eine vergleichsweise winzige Textbox gezwängt, wobei dann das besagte Scrolling notwendig wird. Das Layout ist unflexibel und auf eine, vom Webdesigner oder Grafiker vorgegebene Größe beschränkt: L‘État, c‘est moi!

Mitdenken, besser machen

Wie macht man es besser? Hier ein Gegenbeispiel aus einem meiner Layouts, ebenfalls auf volle Bildschirmgröße gebracht:

Screenshot meines professionellen Webdesigns
Achten Sie auf die Scrollbar rechts, auch hier ist der Text wesentlich länger, als er vom Bildschirm angezeigt werden kann, aber der Platz nach unten wird vollständig genutzt was die Übersichtlichkeit erhöht und, so finde ich, einfach „besser“ aussieht. Eine harte Begrenzung rechts und links wird durch ein fluides Layout vermieden, siehe meinen diesbezüglichen Blog-Eintrag vom 01.Dezember 2012.

Der einzige Vorteil, den ich am von mir kritisierten Layout feststellen kann, ist, dass der Seitenkopf und damit der Name der Person, Firma bzw. Organisation dauerhaft sichtbar bleibt. Das wird aber durch ein für mich nicht vertretbar erscheinende Unflexibilität erkauft. Muss der Name, aus welchem Grund auch immer, unbedingt sichtbar bleiben gäbe es andere Lösungen.

Da ist ja noch viel Platz rechts und links

Diese Frage kommt bei Inhabern größerer 16:9-TFTs regelmäßig. Die Antwort lautet: die Breite des Layouts ist immer ein Kompromiss, man geht von einer mindest-Bildschirmbreite von 1024 Pixeln („960 Grid“) aus, die alle unterstützen. Für diesen kleinsten gemeinsamen Nenner werden die Layouts heutzutage erstellt, das mag sich einmal ändern, im Moment ist dies die oberste Grenze.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma bietet erst das sogenannte „Responsive Webdesign“, welches zumindest theoretisch die Möglichkeit eröffnet, auf einem großen, rechteckigen 16:9-Bildschirm mehr Inhalt in der Breite anzuzeigen ohne Inhaber mit kleineren Bildschirmen auszuschließen.

Fazit

Einen guten Webdesigner erkennen Sie nicht an schönen Worten, hohen Preisen oder das er/sie mit Fachbegriffen um sich wirft, sondern an seinen Taten, sprich am Layout der bereits erstellten Seiten. Ein Layout ist natürlich auch immer eine Sache des persönlichen Geschmacks, wenn Ihnen meine Art der Gestaltung gefällt erstelle ich gerne auch für Sie eine Webseite, die sich überall sehen lassen kann.

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