Geschrieben von Christian Schnettelker

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Webdesign-Fehler, Folge 2: Kleingedrucktes

Bei manchen Webseiten fällt mir immer der Spruch des Kredithais in „Otto – Der Film“ von 1985 wieder ein, jener Szene, als der Protagonist für seine neue Firma einen Kreditvertrag unterschreiben soll:

Das Kleingedruckte sollten Sie besser nicht lesen, mein Freund, das ist schlecht für die Augen!

Scherz beiseite, trotz großer, hochauflösender Bildschirmen und neuen Möglichkeiten hinsichtlich Webfonts gibt es immer noch unzählige Webseiten, in denen der Text im, wie ich es nenne, „Kleingedrucktes-Stil“ angelegt wird, wo also eine sehr kleine Schrifthöhe und ein minimaler Zeilenabstand Verwendung findet. Hier ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann:

Kleingedrucktes
Da macht das Lesen keinen Spaß, insbesondere, wenn man einen großen Bildschirm sein Eigen nennt, auf dem viel Platz für den Text wäre oder die Augen (spätestens ab Mitte 40 ist es meist soweit) nicht mehr so recht mitspielen.

Was bringt das?

Kurze Antwort: nichts! Man kann mit einer kleinen Schriftart und geringem Zeilenabstand zwar eine Menge Text auf kleinem Raum unterbringen, vergrault damit aber die allermeisten Besucher, da eine solche „Textwüste“ nicht gerade zum Lesen anregt und jedes noch so tolle Design sofort in die Bastelecke abschiebt. Und überhaupt, was soll der Geiz, will man ein Scrolling nach unten vermeiden? Ein gut geplantes Layout bindet längeren Text problemlos ein, siehe die erste Folge meiner Webdesign-Fehler-Reihe.

Auch technische Gründe lasse ich nicht mehr gelten, wer im Jahre 2013 nicht in der Lage ist, einen Text mittels CSS passend zu formatieren, sollte den Beruf wechseln und die Arbeit den Profis überlassen.

Mitdenken, besser machen

Hier als Gegenbeispiel ein Ausschnitt aus einer meiner Seiten:

Professionelles Schriftbild
Ich finde, der Screenshot spricht für sich, der Text ist viel besser lesbar, auch ohne Brille bzw. Lupe. Ein solches Schriftbild sieht einfach professioneller aus. Noch mehr Vorteile einer gut lesbaren Schrift werden deutlich, wenn man einmal bedenkt, wie viele Webseiten heute auf einem Smartphone oder Tablet mit vergleichsweise kleinem Bildschirm betrachtet werden.

Noch mehr Fehler

Wo wir gerade beim Formatieren des Textes auf Webseiten sind: ein weiterer Fehler ist, keine oder zuwenig Absätze zu machen. Ich ertappe mich beim Lesen von z.B. Kommentaren zu Zeitungsartikeln immer wieder selbst dabei, längere zusammenhängende Textblöcke unbewusst zu überspringen, das Auge „mag“ einen langen Text ohne Absatz nicht gerne lesen, da es immer wieder die Orientierung darin verliert.

Des Weiteren sollten auch ab und zu passende Zwischenüberschriften gesetzt werden, ganz so, wie man es aus dem professionellen Zeitungslayout her kennt. Diese Zwischenüberschriften geben längeren Texten eine optische Orientierung und sind übrigens, wenn man es richtig macht, auch für die Suchmaschinen relevant.

Eine Textspalte sollte zur weiteren Verbesserung der Lesbarkeit auch nicht zu breit sein, empfohlen werden maximal 65 Zeichen, ich mache das meist aus einem persönlichen Empfinden heraus. Ganz peinlich wird es, wenn Textblöcke auf einem breiten TFT automatisch auf volle Bildschirmbreite gesetzt werden, unprofessioneller geht es fast nicht. Um das zu vermeiden gibt es die CSS-Eigenschaft max-width, welche leider vielen völlig unbekannt ist.

Fazit (frei nach Otto)

Da sind sie wieder, die drei größten Text-Formatierungsprobleme unprofessioneller Webdesigner: kleine Schriftgröße, geringer Zeilenabstand und keine Absätze. Ganz schnell ist dann „Peters Super-Webservice International“ auch wieder geschlossen… Holladahiti!

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