Geschrieben von Christian Schnettelker

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Webdesign-Fehler, Folge 7: Bildersuche ignorieren

Ein sehr häufiger Webdesign-Fehler ist es, die Möglichkeiten einer Bildersuche zu unterschätzen und beim Aufbau bzw. der Optimierung der Seite zu ignorieren. Ein Bespiel aus der Praxis:

Gesuchtes Ersatzteil
Dieses fiese kleine Plastikteil fehlte mir neulich, es dient zum direkten Anschluss des Ablaufes einer Waschmaschine (oder Spülmaschine) an einen Siphon.

Normalerweise wird der Ablauf einer solchen Maschine seitlich neben dem Abfluss einer Spüle angeschlossen; in manchen Fällen gibt es aber keine Küche, wie bei mir, wo die Waschmaschine im Bad steht. Oder habe Sie eine Küche im Bad?

Ham wa nich!

Das Problem an der Sache war, dass dieses kleine Teil keinen Namen hat, nachdem man im Baumarkt fragen oder nach dem es sich „googlen“ lässt. Apropos Baumarkt, die Nachfrage dort erwies sich einmal mehr als völliger Reinfall, zuerst verkaufte die dortigen Experten eine völlig falsche Lösung und konnten beim zweiten Versuch das gesuchte Teil nicht liefern. „Ham wa nich!“

Dies ist geradezu ein klassischer Fall für die sinnvolle Verwendung einer Bildersuche. Man gibt in Google die passenden Schlagwörter ein, z.B. „Waschmaschine Abfluss Anschluss Siphon“ und klickt auf den Reiter Bildersuche.

Es folgt die Ausgabe zahlreicher Bilder, die irgendwas mit dem Thema zu tun haben. Relativ schnell lässt sich unser gesuchtes Teil identifizieren und die Angebot aufrufen, solange, bis man etwas passendes gefunden hat.

Wie funktioniert das?

Damit Google auch Ihre Produkte über eine Bildersuche korrekt erfassen und Besucher zu Ihnen leiten kann sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Zuerst muss man sich natürlich überhaupt bewusst sein, dass dies keine Spielerei, sondern ein relativ häufiger Anwendungsfall ist und es sich lohnt, diesem Beachtung zu schenken.

Um den Googlebot anzulocken sollten Sie…

■ immer einen aussagekräftigen Bildnamen vergeben. Also nicht „foto1234.jpg“ oder dergleichen, sondern die passenden Keywords. Da in obigen Beispiel das Plastikteil wie gesagt keinen Eigennamen hat nennen wir das Bild z.B. „schlauch-anschluss-siphon-ablaufschlauch-waschmaschine-spuehlmaschine.jpg“.

Wenn Sie gebratene Tauben verkaufen wäre „gebratene-tauben.jpg“ natürlich ideal, je kürzer, desdo besser und umso stärker wird das einzelne Keyword gewichtet. Trennen Sie immer mit Bindestrich und umschreiben Sie Umlaute.

■ Falls es mehrere ähnliche Produkte und verschiedene Produktgruppen gibt, z.B. innerhalb eines Shopsystems, können Sie auch die Ordnerstruktur entsprechend nutzen, um dem Googlebot genau zu sagen, was in dem Bild zu sehen ist. In obigem Beispiel wäre das meinetwegen „/zubehoer/waschmaschine/siphon-anschluss.jpg“ oder dergleichen.

■ Setzen Sie immer einen alt-Tag zum Bild, also hier vielleicht alt=“Anschluß Siphon Waschmaschine Spühlmaschine“. Der Inhalt der Heading-Tags und des Textes, die das Bild umgeben, wird ebenfalls ausgewertet. Wenn dort immer wieder diese Keywords vorkommen kann der Googlebot gar nicht anders, als das Bild in der gewünschten Weise einzuordnen.

Diese Vorgehen macht zwar etwas Arbeit, aber irgendwann geht es einem in Fleisch und Blut über. Das Bild sollte übrigens nicht zu klein sein und kein ungewöhnliches Format haben.

Solche Bilder erscheinen eher selten in der Bildersuche, es sei denn, man weist die Maschine an, explizit nach ungewöhnlichen Formaten oder sehr großen oder sehr kleinen Bildern zu suchen.

Als Richtwert für ein „passendes“ Format wird manchmal 60.000 Pixel angegeben, also vielleicht 300 x 200 Pixel / 4:3. Genau verrät uns das Google leider nicht aber die meisten Bilder eine unspezifischen Suche sind inetwa in dieser Größe.

Fazit

Die Bildersuche wird immer noch stark unterschätzt und viel Potential verschenkt.

Mit kontraproduktiven Bildnamen wie „IMG_6763.JPG“, die ich immer und immer wieder auch bei sonst sehr guten Seiten sehe, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass selbst in tausend Jahrtausenden niemand über eine Bildersuche zu Ihnen findet.

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Kommentare

Kommentare

  1. WaschLos schrieb:

    Ich hab ja das letzte Jahr komplett auf SEO verzichtet und meine Umsätze direkt mal komplett ruiniert. Ich dachte, ich könnte mich nun, da ich es mit unlauteren Methoden (Onpage) geschafft habe, das große G zu überzeugen, mich erhabener zeigen und die Optimierung subtiler gestalten. Nö. Google kapiert dann einfach gar nichts mehr.

    Das kleine SEO-Einmaleins, wie hier im Blog unter „Webdesignerfehler“ beschrieben, ist das Einzige, was zählt und sowas von nicht mehr wegzudenken, dass es fast eine Schande ist.

    • Vielen Dank. Leider kann ich Ihnen nicht ganz folgen, was ist an einer Onpage-SEO unlauter? Da müssten Sie schon Keywords inflationär verwendet haben oder ähnliche Techniken verwenden – dazu wird ihnen keine seriöse Agentur im Jahre 2016 raten und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass Google Sie früher oder später dafür gnadenlos abstrafen würde.

      Sie widersprechen sich auch etwas, wenn Sie das „SEO-Einmaleins“ loben, gleichzeitig aber sagen, dass Sie durch Verwendung desselben bei Google „abgestürzt“ sind.

      Würde den Sachverhalt anders und positiver formulieren, inetwa so, dass, wenn man seine „Hausaufgaben“ hinsichtlich Suchmaschinen macht, man bereits ca. 95% der Konkurrenten hinter sich lässt.

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