Geschrieben von Christian Schnettelker

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Webdesign-Fehler, Folge 6: SEO ignorieren

Denjenigen, die meinen Blog schon länger verfolgen, wird vieles in diesem Artikel genanntes bekannt vorkommen, trotzdem kann man es eigentlich nie oft genug sagen bzw. schreiben: ohne zumindest grundsätzliche Kenntnisse über die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu besitzen, müssen Sie bei Ihrer späteren Webseite auf einen „Zufallstreffer“ hoffen und können sich keine guten Platzierungen in den Google-Suchergebnissen erhoffen.

SEO Suchmaschinenoptimierung
Wenn Sie die Seiten nicht selber erstellen achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr zukünftiger Webdesigner nicht nur von SEO redet und mit zahlreichen Denglisch-Fachbegriffen um sich wirft, sondern auch entsprechend handelt; überprüfen Sie zumindest eine oder zwei aufgeführte Referenzen mittels eines SEO-Bewertungstools, die finden Sie zuhauf im Netz.

Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich
(Matthias Claudius)

Übrigens schützen Sie auch tolle Referenzen und satte vierstellige Beträge nicht, diesbezüglich „skalpiert“ zu werden.

Peep!

Habe es mir angewöhnt, immer dann, wenn ich auf eine Webseite treffe, die von der Konkurrenz erstellt wurde, mal ebenen schnell den SEO-Score derselben zu ermitteln, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Ich will gar nicht behaupten, dass alle Seiten diesbezüglich durchfallen und jeder außer mir gehirnamputiert durchs Leben läuft.

Fakt ist aber leider auch, dass schätzungsweise 80% der Seiten von Leuten erstellt werden, die darauf anscheinend wenig wert legen, es schlicht nicht wissen oder denen das zuviel Arbeit ist. Die Zeit investieren diese Leute dann lieber und ausschließlich in einen „schönen Schein“, unter der „Motorhaube“ im HTML-Code sieht es dann jedoch bitter aus. Näheres dazu lesen Sie in meinem Artikel „SEO? Nie gehört…“ vom 26. April 2014 und „Der kleine Horrorladen“ vom 06.Mai 2014.

Ich muss bei diesen Seiten immer an eine gewisse Verona denken, Sie wissen schon, die ehemalige Gespielin vom „Dieter“. Sieht gut aus, viel Holz vor der Hütte, aber sobald es den Mund aufmacht verspüre ich den unstillbaren Drang, mir die Schlachtszenen aus „Braveheart“ anzusehen.

Natürlich gibt es dann auch noch die Leute, die völlig ohne irgendwelche SEO-Grundkenntnisse eine Seite in Word zusammenbasteln und ins Netz stellen, um (vermeintlich) Geld zu sparen. Hier erspare ich mir auch etwas, nämlich jeglichen weiteren Kommentar und verweise auf das schöne englische Sprichwort: „Saving the penny, losing the pound“.

Grundlagen

Von einem ernst zu nehmenden Webdesigner würde ich erwarten, dass er/sie z.B. um die Wichtigkeit des Seitentitels weiß und die Startseite nicht mit „Home“ oder „Willkommen“ ins Netz stellt. Er/sie sollte auch in der Lage sein, die immer noch wichtigen Description-Tags auf allen Seiten vernünftig zu füllen, unwichtige Seiten per robots-Metatag auszuschließen und die Sprache korrekt anzugeben.

Bei der Textgestaltung wäre es fundamental wichtig, den Text mittels Heading-Tags zu strukturieren. Die Seiten sollten aussagekräftige, am besten „sprechende“ URLs erhalten, ebenso die Dateinamen der Bilder. Title-Tags für Links und Alt-Tags für Bilder, die wichtige Schlüsselwörter nennen, zähle ich ebenfalls zu den „Basics“.

Schon bei diesen relativ überschaubaren, aber unheimlich wichtigen Grundlagen sieht es nach meiner Erfahrung äußerst düster aus, leider auch bei der Konkurrenz, die sich „Professionelles Webdesign“ auf die Fahnen geschrieben hat. Da wird halt doch lieber optisch auf den Feldbusch geklopft und an Javascript bzw. CSS-Effekten gefeilt, siehe oben.

Das mit diesen Grundlagen schon viel erreicht werden kann lesen Sie in meinem Artikel „Suchmaschinenoptimierung wirkt!“ vom 07.Dezember 2013 sowie praktisch im ganzen Rest meines Blogs.

Johannes der Täufer

Zum Thema Inhalt – nein, jetzt kommt nicht wieder eine Moralpredigt, wie wichtig guter und ausreichender Text ist, habe hier bereits bei manchen Kunden ein „Johannes der Täufer“- Image herbeigeredet. Diesbezüglich verweise ich also lieber auf meine Artikel „Schreibfaulheit“ vom 07.November 2013 und auf Ihren gesunden Menschenverstand; nur etwas, was Sie schreiben, kann später auch gefunden werden.

Hier können Sie Ihren Webdesigner hervorragend testen: wenn Sie dieser nicht darauf hinweist, dass ohne guten und ausreichend langen Text eine vernünftige Suchmaschinenoptimierung schwer bis schlicht unmöglich ist und Ihnen Angebote wie „für 800 EUR bringe ich Sie bei Google auf Platz #1″ unterbreitet würde ich persönlich die Zusammenarbeit nochmals gründlich überdenken.

Onkel Pareto

Es gibt Fälle, in denen SEO-Spezialisten mit Tricks und Kniffen innerhalb eines hart umkämpften Keywords (z.B. „Private Krankenversicherung“ oder KFZ Versicherungsvergleich“) mehr oder weniger erfolgreich versuchen, nach oben zu kommen – das soll hier nicht mein Thema sein und hinsichtlich dieser „SEO-Alchemie“ fühle ich mich auch nicht kompetent.

Mir geht es um die gute alte 80/20-Regel, auch als Paretoregel bekannt, die besagt, dass man mit relativ wenig Aufwand bereits 80% des jeweiligen Zieles erreichen kann, die letzten 20% kosten dann meist unheimlich viel Zeit, Mühe und Geld. Mein Konzept ist es, zuerst einmal seine „Hausaufgaben“ zu machen und die 80% erreichen, dann sprechen wir vielleicht einmal in Ruhe über den Rest.

Oder sehen Sie es wie damals in der Schule: wenn Sie eine Prüfungsaufgabe nicht beantworten können beantworten Sie doch erst einmal die, von denen Sie die Antwort zu kennen glauben. Falls dann noch Zeit bleibt widmen Sie sich den „kniffligen“ Fragen.

Linkaufbau

In Sachen SEO darf der Punkt „Linkaufbau“ natürlich nicht fehlen, allerdings kann ich Ihnen hier auch keinen ultimativen Tipp bieten, wie Sie mehr Links auf Ihre Seite generieren und so die sogenannte „Linkpopularität“ steigern können. Anfangen würde ich in jedem Falle erst einmal damit, Ihre Domain auch wirklich zu benutzen, verwenden Sie also statt old.shatterhand@provider-xyz.de lieber ihre eigene Domain in Form von kontakt@old-shatterhand.de.

Schreiben Sie die Domain und obige sinnvolle Email-Adresse auf alle Visitenkarten, Briefbögen, Email-Footer etc.. Seien Sie in den sozialen Medien wie Twitter, Facebook mit Ihrer Domain und Email-Adresse unterwegs, machen Sie also möglichst kein Werbung für andere Firmen, sondern immer für sich selber.

Mein zweiter Tipp, zugegebenermaßen nicht ganz so einfach umzusetzen: seien Sie kreativ! Meinen persönlichen Linkaufbau betreibe ich beispielsweise über Flickr, dort sind inzwischen über 200 wie ich finde hochqualitative Bilder für Blogs und Webseiten zu finden, die kostenfrei unter einer Creative Commons-Lizenz benutzt werden können, ich bitte dabei aber als Gegenleistung um einen Link zurück auf meine Seite.

Das ist nur eine Idee, vielleicht noch nicht einmal die beste, falls ich den ultimativen Weg für den perfekten Linkaufbau gefunden habe werden Sie das hier aber auch nicht lesen, stattdessen sehen Sie hier dann Bilder von mir und meinem Lamborghini an der Côte d’Azur.

In jedem Falle sollten Sie alle Möglichkeiten nutzen, die sich durch private oder geschäftliche Kontakte ergeben, um einen Link auf Ihre Seite zu bekommen. Freunde, Bekannte und Geschäftspartner könnten Sie bitten, Ihre Seite zu verlinken, sofern diese ansehnlich, nützlich und in gutem Deutsch verfasst ist und Sie mit diesen nicht gerade in einem Rechtsstreit um die Höhe der Mauer zum Nachbargrundstück liegen werden diese das wahrscheinlich auch gerne tun.

Vermeiden Sie aber unbedingt den Einkauf von Links in sogenannten Linknetzwerken und SEO-Sonderangebote, die Jungs bei Google sind nicht auf den Kopf gefallen und werden Sie über kurz oder lang dafür gnadenlos abstrafen.

Kommentieren in Blogs

Achja, falls Sie den oft genannten Tipp zum „Kommentieren in Blogs“ benutzen möchten bewegen Sie bitte Ihre grauen Matratzen etwas, lesen Sie den entsprechenden Artikel und schreiben Sie ein paar sinnvolle, nicht allzu allgemeine Zeilen ohne Rechtschreibfehler. Innerhalb meines Blogs hier bekomme ich fast täglich lieblos runter geschmierten SEO-Kommentare, die über völlig unnütze Allgemeinplätze nicht hinausgehen und die ich meist umgehend löschen oder mich über selbige lustig mache.

In Sachen Linkaufbau komme ich auch nochmal auf mein bereits angesprochenes „Johannes der Täufer“-Image und die liebliche Verona zurück: interessante und nützliche Inhalte werden auf Dauer gesehen eher verlinkt als eine „Text folgt“-Seite, möge diese auch noch so schön gestaltet sein.

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Allgemeiner Hinweis: Bitte kommentieren Sie zum Thema unter Vermeidung von Allgemeinplätzen und Einzeilern. Eine korrekte Rechtschreibung wird erwartet.

Hinweis für SEO-Kommentarschreiber: alle Links sind nofollow und steigern Eure Linkpopularität nicht. Die Kommentare werden moderiert, offensichtliche SEO-Kommentare nicht veröffentlicht.