Geschrieben von Christian Schnettelker

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Steuerkiste – Teil 1: Das Layout

Das geheimnisvolle Projekt, welches mich die letzten vier Monate fast vollständig in Beschlag genommen hat, war die komplette Neugestaltung und Neu-Programmierung der Webseite auf steuerkiste.de.

Heute berichte ich also, wie ich meinen Sommer verbracht habe, während andere am Strand der Copacabana zu den dezenten Klängen einer sich rhythmisch bewegenden Bossa Nova-Band berauschende Caipirinhas tranken…

Zielgruppe: der Steuermuffel

Die Idee der Steuerkiste von Marco Pokropowitz und Heinz-Hermann Ufer ist, es „Steuermuffeln“ so einfach als irgend möglich zu machen, die lästige Steuererklärung abzugeben. Von dieser Sorte Mensch kenne ich einige, sobald das Thema Steuer auch nur aufkommt werden sie leichenblass und wollen schnellstmöglich über etwas anderes sprechen.

Ein solcher Muffel wird auch keine Steuersoftware verwenden, sondern in der Regel einfach keine Erklärung machen und dadurch Geld verschenken.

Besagter leichenblasser Steuermuffel hat jetzt die Möglichkeit, einfach und online durch die Angabe von ein paar Eckpunkten zu seinen Einkommensverhältnissen eine passende Kiste zu kaufen, die dann ein paar Tage später tatsächlich in Form eines schicken physischen Papp-Kartons ins Haus kommt.

Sämtliche relevanten Unterlagen legt er dort hinein, lässt die Kiste wieder abholen und hat somit die lästige Aufgabe elegant gelöst, da erfahrene Steuerberater die Erklärung für Ihn erstellen.

Kritiker wenden ein, dass die Beratung dabei leiden könnte – das mag in Einzelfällen durchaus zutreffen, es ist aber immer noch besser, überhaupt erst einmal eine Steuererklärung abzugeben, als dem Staat durch Nichtabgabe bzw. Abgabe einer unvollständigen oder unkorrekten Erklärung Geld „in den Rachen zu werfen“.

Vorteil des Verfahren ist weiter, dass nicht „irgendwer“ Ihre Steuerklärung macht, sondern Experten. Alleine dadurch sollten sich die Ergebnisse optimieren lassen, besondere Spezialfälle mit komplizierten Parametern müssen sowieso mit einem Berater abgeklärt werden, das berücksichtigt auch die Berechnung des Preises der Kiste.

Ausgangsbasis

Mit Übernahme des Projektes fand ich ein System in Typo3 vor, das zwar prinzipiell funktionierte, allerdings inzwischen stark verbesserungsfähig war. Hier das ursprüngliche Layout:

Steuerkiste - bisheriges Layout
Die Kritikpunkte im Einzelnen:

■ Kein „Responsive Webdesign“, also keine optimale Anzeige auf Smartphones, Tablets etc.. Zwar werden wahrscheinlich die wenigsten die Einstellungen zum Kauf der Kiste auf dem winzigen Display eines Smartphones vornehmen, bei einem Tablet, welches man bequem mit aufs Sofa nehmen kann, sieht das aber mE schon anders aus.

■ Der in Javascript programmierte „Konfigurator“ zeigte sich ebenfalls wenig benutzerfreundlich: kleine Eingabefelder, kleine Schrift, rüde Anweisungen – also eher nichts für Tablets, Brillenträger und Feingeister.

■ Typo3, welches ich übrigens bereits vorab zu hassen gelernt habe, war in einer inzwischen komplett veralteten Version 4.7 vorhanden. Zudem hatten mehrere Firmen am System gearbeitet, sich dabei einiges an „Overhead“ angesammelt, was eine Pflege erschwerte bzw. teilweise sogar unmöglich machte und wohl auch die Seiten-Ladegeschwindigkeit beeinträchtigte.

■ Aus einem unerfindlichen Grund hatten die Entwickler keine Bezahlung der Steuerkiste über Paypal oder Sofortüberweisung vorgesehen, die schon zum Zeitpunkt der erstmaligen Erstellung des Systems weit verbreitet waren.

■ Die Tabellen der „Steuerberatervergütungsverordnung“ wurden zwischenzeitlich vom Gesetzgeber geändert.

Neu starten

Insgesamt wirkte das Layout angestaubt, technisch, nicht unbedingt einladend. Erster Schritt war für mich also die Anlage eines komplett neuen Layouts, welches nach ca. einem Monat Arbeit so aussah:

Neue Steuerkiste - Startseite
Die neue Gestaltung zeigt sich aufgeräumt und sachlich: größere Schriftart, große Bilder, klare Überschriften, einfaches Menü. Ganz wollte ich mit dem Alten nicht brechen, daher wird die Farbe gelb auch hier wieder verwendet, jedoch deutlich dezenter.

Die Idee der Kopfbilder, die allesamt Motive zum Thema Sport und Bewegung zeigen, kam mir zeitgleich zum Begriff „Neu starten“. Neu bzw. jetzt starten ist wiederum doppelsinnig: die Steuerkiste startet neu und Kunden, die ihre Steuererklärung bisher anderweitig erleidigt haben, tuen dies ebenfalls. Genial, ich hätte doch Werbetexter werden sollen…

Völlig neu gestartet bzw. gestaltet auch der Konfigurator, der zum Zwecke der Übersichtlichkeit und Einfachheit nun auf die vier Unterseiten „Basisdaten“, „Einkünfte“, „Ausgaben“ und „Ergebnis“ unterteilt ist:

Neue Steuerkiste - Berechnung
Eine sogenannte „Breadcrumb-Navigation“ im Kopf zeigt dem Benutzer deutlich, wo er sich gerade befindet. Hier kann, wenn alle Daten ausgefüllt sind, übrigens auch zu einzelnen Seiten zurückgesprungen werden, um Parameter nachträglich zu verändern.

Die Eingabe- und Auswahlfelder sind großzügig und klar beschriftet, korrekt ausgefüllte Felder werden gelb. Wie das alles genau funktioniert und programmiert wurde erfahren Sie im Teil 2 meines Projekt-Berichtes.

Insgesamt war eine Reduktion auf das Wesentliche hier erklärtes Ziel; keine Ablenkung, nur das zur momentanen Fragestellung Benötigte wird angezeigt, um nicht zu verwirren oder abzuschrecken. Über das Hilfe-Feld rechts erhält der Kunde auf Wunsch per eingeblendeter Sprechblase Hinweise zum jeweiligen Punkt.

Unterseiten

Die Steuerkiste beinhaltet auch ca. 1.500 praxisnahe Steuerfragen und die passenden Antworten dazu. Auch hier wurde optisch „Hand angelegt“, siehe den Screenshot der Übersichtsseite:

Neue Steuerkiste - Steuerfragen
Weiter möchte ich noch den komplett neu gestalteten Seitenfuß erwähnen, welcher die bisherigen, einsamen zwei „Copyright-Zeilen“ ersetzt:

Neue Steuerkiste - Seitenfuß
Hier sind nochmals alle Links aufgelistet und es finden sich die obligatorischen Social-Media-Buttons. Auch die Nummer für telefonische Anfragen ist vom Seitenkopf hierher gewandert, da die Steuerkiste ja schließlich zuforderst online bestellt werden soll und unser Steuermuffel garantiert nur in Ausnahmefällen zum Telefon greifen wird.

Responsive Webdesign

Wie bereits erwähnt war die Einrichtung eines auch an mobile Geräte angepassten Designs mit ein Grund für die Neugestaltung. Hier die Ansicht auf einem Notebook, die mehr oder weniger der hier auf meinem 27″ Bildschirm entspricht:

responsive-webdesign-steuerkiste-notbook
Auf einem Tablet entfällt die rechte Spalte und das Menü wird aus Platzgründen zu einer anklickbaren Box rechts oben:

responsive-webdesign-steuerkiste-tablet-portrait
Beachten Sie, dass sich auch der „Claim“ im Kopfbild geändert hat, hier befindet sich in dieser Ansicht die wichtige Schaltfläche, um den Konfigurator erreichen zu können.

responsive-webdesign-steuerkiste-tablet-landscape
Oben das Layout im „Landscape-Modus“ eines Tablets mit ausgeklappten Menü. Die Blau / Gelb / Grau / Weiß-Logik wird hier selbstverständlich fortgesetzt.

responsive-webdesign-steuerkiste-smartphoneAbschließend noch die Ansicht im Smartphone. Wie bereits erwähnt werden wahrscheinlich die wenigsten Steuermuffel hierüber bestellen, sich aber vielleicht vorab informieren und einen ersten Eindruck des Services aufnehmen.

Zudem verlangt Google die Anpassung seit April diesen Jahres und sie gehört heute bei neuen Projekten einfach dazu.

Ich muss aber auch sagen, dass die Anpassung der Formulare – gerade an das begrenzte Display eines Smartphones – eine „Herausforderung“ war, die mich manchmal arg in Schwitzen brachte.

Mehr im zweiten Teil

Dieses Projekt war für mich durch seine Größe und die Art der Aufgabenstellung einmalig, daher gibt es auch eine Menge mehr zu sagen.

Um den Rahmen nicht völlig zu sprengen – dieser Artikel hat schon mehr als 1000 Worte – werde ich in einem kommenden Teil 2 einiges zur verwendeten Technik berichten.

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Kommentare

Kommentare

  1. Peter schrieb:

    Servus, ein mehr als gelungenes Projekt. Ich mag diese sehr logische Struktur, klare Optik und Aussagen. Man findet sich auf Anhieb zurecht.
    Gruß aus den Bergen, Peter

  2. Florient77 schrieb:

    Das ist ein tolles Projekt. Das responsive Webdesign kann sich wirklich sehen lassen. Suchmaschinenoptimierung ist auch gut gelungen, hab die Webseite sofort in Google gefunden. Freu mich!

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