Geschrieben von Christian Schnettelker

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SEO? Nie gehört…

Es ist ja immer ganz gut, sich im Netz umzuschauen, was die liebe Konkurrenz so macht. Heute Abend hatte ich etwas Zeit und Muße, also dachte ich mir, schaust du dir mal die Webseiten der unmittelbaren Mitbewerber „Max Webschmiede“ und „Seitenfabrik Moritz“ hier im Großraum Ruhrgebiet an, was die so lustiges treiben…
Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Mancher gibt sich viele Müh‘ mit dem lieben Federvieh

Seit einiger Zeit bin ich beim Suchbegriff „Webdesign Essen“ ganz oben in der Google-Ergebnisliste; das war ein hartes Stück Arbeit und hat insgesamt auch ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ich diese „Pole Position“ erreichen konnte.

Nehme ich die Webseiten meiner Webdesign-Kollegen, die sich ebenfalls für diesen Suchbegriff bewerben, einmal mittels eines SEO-Tools unter die Lupe, zeigt sich Erstaunliches. Falls Ihnen der Begriff SEO nichts sagt, das ist die Abkürzung für „Search Engine Optimization“, was übersetzt einfach „Suchmaschinenoptimierung“ heißt.

Damit Sie die Hintergründe verstehen noch vorab eine kurze Erklärung: mein SEO-Tool testet zahlreiche interne Kriterien einer Webseite und vergibt dann einen „Score“ zwischen 0 und 100. Miese Seiten zeigen einen Wert zwischen 0 und 40 (rot), mittlere bis 79 (gelb), einen Score von 80 bis 100 erreichen folgerichtig nur Top-Seiten, die Skala ist dann grün gefärbt.

Inzwischen darf ich mich mit manoftaste.de und 91 von 100 Punkten im grünen Bereich und schon ziemlich weit oben fühlen.

Ritzeratze sägen sie, voller Tücke, in die Brücke eine Lücke

Zurück zur Konkurrenz, ich wurde heute Abend wirklich blass ob der Ergebnisse. Lassen wir gestalterische Fragen einmal komplett außer acht, es war erschütternd: zahlreiche meiner „Kollegen“ liegen mit ihren eigenen Seiten beim oben beschriebenen SEO-Score im gelben, teilweise sogar im roten Bereich.

Da fehlt es an absoluten Grundlagen wie der Gliederung des Inhalts mittels Heading-Tags, vernünftige Seitentitel, ausreichende Inhalte etc. etc. etc.. Ich spreche dabei auch nicht von Flüchtigkeitsfehlern, da herrscht krasses Nichtwissen und Ignoranz.

Verwundert frage ich mich, wie man es fertig bringt und Grundlagen, die praktisch jedes SEO-Testprogramm anmahnt, so sträflich ignorieren kann. Das hätte ich in dieser massiven Form wirklich nicht erwartet, daher mein spontaner Artikel. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, einige Kollegen liefern ebenfalls solide Handwerksarbeit ab, so fair möchte ich dann schon sein.

Ich denke auch, dass man von der Qualität der eigenen Webseite auf die Arbeiten für die Kunden schließen darf – oder würden Sie nicht auch zuerst Ihre eigene Seite optimieren? Und überhaupt, was nutzt mir als Agentur bzw. dem Kunden eine schöne Webseite, wenn diese nicht auch möglichst gut gefunden wird?

Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich

Erinnern Sie Sich noch an den parasitären Plagiator aus dem schönen Thüringen, den ich Anfang 2013 enttarnte? Habe es mir natürlich nicht nehmen lassen und auch seine Seite geprüft, mit 69 von 100 Punkten steht er gerade noch ausreichend da.

Aber auch hier gibt es Erstaunliches zu berichten, verkauft er auf seiner Seite doch auch „Webdesign für mobile Geräte“, zugleich ist seine eigene Seite in keiner Art und Weise dahingehend angepasst (Stichwort „Responsive Webdesign“). Wäre das nicht das Erste, was ich machen würde, wenn ich das meinen Kunden verkaufen möchte? Nicht?

Jedes legt noch schnell ein Ei und dann kommt der Tod herbei

Ich finde das Ergebnis meines (natürlich nicht repräsentativen) kleinen Tests heute Abend irritierend. Da gibt es tausende von SEO-Testseiten, die einem kostenlos wertvolle Tipps zur Optimierung der Auffindbarkeit in den Suchmaschinen geben – die wenigsten „Profis“ scheinen diese zu kennen geschweige denn zu benutzen.

Ein kleiner Ladenbesitzer, der am Samstagnachmittag mal eben schnell eine Seite für sein Geschäft zusammenzimmert, um Geld zu sparen („saving the penny, losing the pound“), kann natürlich unmöglich die SEO-Grundlagen kennen, schon klar.

Eine als professionelle Webdesign-Agentur auftretende Firma oder Person muss aber mE zumindest um die SEO-Grundlagen wissen und für die eigene Seite einen soliden Score im grünen Bereich erreichen, alles andere halte ich für unverzeihlich.

Dafür wirft mancher Webdesigner kräftig mit Anglizismen wie „Usability“, „User Experience“, „Experienced Design“, „Crossmedia“, „Corporate Governance“ und „Compliance“ um sich, solange, bis Konrad Duden in seinem Grab im Schleudergang rotiert und möglichst kein Besucher weiß, worum es eigentlich geht. Toll!

… und die Moral von der Geschicht‘

Also, um Schiller zu zitieren: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“. Das gilt sowohl bei einer Heirat, bei der Wahl des Zahnarztes als auch bei der Beauftragung eines Webdesigners. Und glauben Sie bitte nicht unbesehen, was ich hier schreibe, prüfen Sie meine Seite mit einer SEO-Testseite Ihrer Wahl.

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Kommentare

Kommentare

  1. Piero Zedda schrieb:

    Ich habe im Leben schon viel dumme und auch arrogante Menschen kennen gelernt. Was Sie mit Ihrem Artikel abliefern ist, naja, um es mal milde auszudrücken, „erheiternd“.

    1.) Wer so über seine Berufskollegen schreibt wie Sie, bei dem vermutet man doch wohl zuerst Neid. Die anderen sind schlechter, bekommen aber wahrscheinlich dennoch mehr Aufträge. Da kann man schon mal sauer werden.

    2.) Wer für seine eigene Seite ’nen guten SEO Score erreicht und auf Seite 1 unter die ersten drei Links kommt, der ist auch auf gute Backlinks angewiesen. Dann aber den eigenen Blogkommentar mit No Follow zu versehen ist an Unverschämtheit kaum noch zu überbieten, um auch diesen Sachverhalt mal milde auszudrücken.

    Fazit: Nicht nur das i-net, sondern das gesamte Leben basiert auf ein Geben und Nehmen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum Ihre Mitbewerber trotz eines schlechteren Ranges in den Suchergebnissen mehr Kunden haben. Ich persönlich würde aus rein menschlicher Sicht auch lieber zu einem Ihrer Mitbewerber gehen statt zu Ihnen.

    Mit nettem Gruß aus Dortmund
    Zedda

    • Sehr geehrter Herr Zedda,

      vielen Dank für Ihre Kritik, das kann hier so stehen bleiben, damit habe ich keine Probleme.

      In der Tat ist meine Meinung von den „Kollegen“ aus Erfahrung recht negativ, viele arbeiten mE hinsichtlich SEO zu schlampig und machen einfach ihre „Hausaufgaben“ nicht. Ich denke mir die Ergebnisse der SEO-Tests ja nicht aus sondern dies sind ermittelte Werte, die nun einmal so sind, wie sie sind. Den Mund möchte ich mir nicht verbieten lassen, ein schlechter SEO-Score ist nicht gut, sondern schlecht. Und wenn ein Webdesigner die Seite gegen Geld erstellt hat ist das eine schlampige Arbeit – es ist nicht meine Art, um den heißen Brei herum zu reden und viele Kunden schätzen das auch.

      Allerdings gibt es auch Webdesigner, die, genau wie ich, gute, solide Arbeit abliefern und sich bemühen, offensichtliche SEO-Fehler, die praktisch jedes Testprogramm anmahnt, zu vermeiden und die Seite im Sinne der Kunden bestmöglich einzurichten – das habe ich stets betont. Auch finden Sie immer den Satz, dass ich nicht unfehlbar bin oder mich für der Weisheit letzter Schluss halte, auch ich mache Fehler und lerne ständig dazu.

      Tatsächlich ist es aber auch so, dass ich mich vor Aufträgen nicht retten kann und bis Oktober völlig ausgebucht bin – da muss ich Ihr Weltbild des neidischen, dummen und arroganten Menschen, der verbittert über das Leben klagt und keine Aufträge bekommt, leider zerstören. Vielen gefällt offensichtlich meine Art der Gestaltung und wohl auch die ungeschönte Ansprache eventueller Probleme. Aus zeitlichen Gründen könnte ich daher Ihren Auftrag so oder so gar nicht annehmen und wünsche viel Glück mit einem Mitbewerber Ihrer Wahl.

      Christian Schnettelker

      PS1: Ich verlinke gerne und viel, Nofollow-Links im Kommentarbereich sind allerdings Standard, da wir „Blogger“ ansonsten mit dem Löschen der SEO-Kommentare gar nicht mehr nachkommen würden.

      PS2: Hinsichtlich „das gesamte Leben basiert auf ein Geben und Nehmen“ – da haben Sie Recht. Wenn Sie meinen Blog etwas näher anschauen werden Sie zahlreiche Artikel finden, in denen ich Tipps zum Webdesign, Links auf interessante Programme und Hilfestellungen zu z.B. Joomla gebe. Ich behaupte einfach einmal, damit auch ausreichend zurück zu geben.

  2. Kurt Schenk schrieb:

    Betrifft: 26. April 2014, SEO? Nie gehört…

    Sehr geehrter Herr Schnettelker,

    beim Test mit dem **** Website-Checker schneidet Ihre Website webdesign-blog.manoftaste.de mehr als erbärmlich ab.
    http://www.schenk-audio.de/Skandal/manoftaste_Websitetest.png

    Meine eigene Website:
    http://www.schenk-audio.de/Skandal/tubacompacta.de_Websitetest.png

    Dass Sie aber im öffentlichen Raum eine derartige Selbstbeweihräucherung veranstalten, spottet jeglicher Beschreibung. Ich wünsche Ihnen gute Besserung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kurt Schenk

    PS: Ihre Rechtschreibkenntnisse sind mit Fehlern behaftet.

    1. „da herrscht krasses Nichtwissen und Ignoranz.“ –> Zwei Substantive –> Plural
    2. „Damit Sie die Hintergründe verstehen noch vorab eine kurze Erklärung:“ –> Fehlendes Komma
    3. „Ich finde das Ergebnis meines (natürlich nicht repräsentativen) kleinen Test heute Abend irritierend.“ –> Fehlender Genitiv bei „Test“.

    • Sehr geehrter Herr Schenk,

      ich danke Ihnen ganz herzlich für die freundlichen Hinweise, werde mich nachfolgend bemühen, meine mehr als erbärmlichen SEO-Ergebnisse sowie die mit Fehlern behaftete Rechtschreibung zu verbessern, damit die Seite zukünftig nicht mehr jeder Beschreibung spottet.

      Christian Schnettelker

      PS: Es existieren zahlreiche Werkzeuge zur SEO-Auswertung, bei dem von mir benutzten Service sieht die Sache schon anders aus. Hier liegt meine Webseite bei 98%, mein Blog bei 80% und Ihre Seite bei 67%.

      Da Google aus strategischen Gründen seine exakten Kriterien nicht veröffentlicht können diese Hilfsmittel letztlich aber nur vermuten, was wichtig ist und was nicht. Dummerweise vermutet hier jeder etwas anders, zumindest in Detailfragen. Ich habe gute Erfahrungen mit dem von mir genutzten Service gemacht, was aber zugegebenermaßen nicht bedeutet, dass dieser der Weisheit letzter Schluss ist.

      Auch gibt es anscheinend technische Differenzen, Ihr Service bemängelt beispielsweise ein fehlendes Favicon auf meinen Seiten, welches aber (nach meinem Kenntnisstand) korrekt eingebunden ist und das sowohl mein Werkzeug als auch alle gängigen Browser erkennen. Trotzdem haben Sie natürlich grundsätzlich Recht, es gibt immer etwas, was man verbessern und wo man dazulernen kann.

      Wahrscheinlich habe ich auch nicht klar genug gemacht, dass es mir in meinem „provokanten“ Artikel nicht um die 100% perfekte SEO-Seite ging, sondern um die Grundlagen, welche damals wie auch heute noch sträflich zum eigenen oder zum Nachteil der Kunden vernachlässigt werden.

      Abschließend darf ich Ihnen noch das Hörbuch „Dale Carnegie – Vom Umgang mit Menschen“ unter https://youtu.be/FKMrzN0RAmc empfehlen, hier können auch Sie sicher noch eine Menge lernen.

  3. Kurt Schenk schrieb:

    Sehr geehrter Herr Schnettelker,

    Ursache für das angeblich fehlende Favicon könnte sein, dass Ihr Favicon nicht der üblichen Größe von 16×16 Pixeln entspricht.

    Was Ihren Seitenhieb anbetrifft, für den ausgerechnet Sie mit ihrer vermeintlichen Überlegenheit Dale Carnegie einspannen müssen, mit dessen Postille seinerzeit die IOS-Drückerkolonnen ausgerüstet wurden, darf ich Ihnen einen besseren Autor empfehlen, nämlich Frank Bettger mit „Lebe begeistert und gewinne“, von dem sogar ein Carnegie noch lernen durfte. Übrigens hatten es beide Autoren nicht nötig, ihre Kapitelüberschriften plagiatorisch mit Wilhelm-Busch-Reimen zu schmücken, um sich profilieren zu wollen.

    Gute Besserung!

    Kurt Schenk

    PS: Übrigens benötige ich keine Hörbücher, sondern lese noch echte Bücher aus meiner eigenen Bibliothek. Auch Schiller.

    • Sehr geehrter Herr Schenk,

      also ich finde, als belesener SEO- und Webdesign-Experte, der niemals Fehler und immer alles richtig macht, sollten Sie unbedingt einen eigenen diesbezüglichen Blog betreiben. Hoffen wir einmal, dass dieser dann nicht von streitsüchtigen, gehässigen und rechthaberischen Kommentatoren heimgesucht wird, so wie es mir zum Teil ergangen ist.

      Und mit diesen Worten beende ich die Diskussion, Sie haben gewonnen. Mit Ihrer universellen Bildung, dem ungeheuren Sachverstand und Ihrer beneidenswerten Eloquenz kann ich mich wohl nicht messen.

      Christian Schnettelker

  4. Markus Surmann schrieb:

    Made my Day!

    Ich könnte mich beim Lesen von Kurt Schenks intellektuellem Diarrhö kaputtlachen. Auf den Putz hauen und dann mit dem **** Website-Checker daherkommen ist einfach zu amüsant.

    Da merkt man doch, wer hier Ahnung hat und wer nicht. Vermutlich hat Prof. Dr. Kurt Schenk vom Institut für Deutsche Sprache auch alle Anweisungen und Tipps in diesem Checker befolgt und bei **** jede Menge Geld für sinnlose „Optimierungen“ verbrannt, die ihm dort verkauft worden sind. Gönnen würde ich es ihm, denn ein so hohes Maß an Naivität gepaart mit absoluter Ahnungslosigkeit muss einfach bestraft werden.

    Genau hier sollte jedem Leser bewusst werden, dass Herr Schnettelker jahrelange Erfahrung hat, tatsächlich weiß, was sinnvoll ist und was nicht und unterscheiden kann, ob eine von **** empfohlene Optimierungsmaßnahme der reinen Gewinnerzielung dieses Providers dient oder tatsächlich sinnvoll für die Webseite ist. Möchtegern-Experten und Besserwisser wie Prof. Dr. Kurt Schenk können das nämlich nicht.

    • Regel eins von Dale Carnegies zwölf Möglichkeiten, die Menschen zu überzeugen, lautet: „Die einzige Möglichkeit, einen Streit zu gewinnen, ist, ihn zu vermeiden“.

      Demzufolge gebe ich Streitsüchtigen, Nörglern und Besserwissern einfach Recht, dann sind sie zufrieden und ich habe meine Ruhe. Im Übrigen demaskiert sich der besagte Herr durch sein Auftreten selbst, das braucht man gar nicht weiter zu kommentieren.

  5. Thomas schrieb:

    Einige Leute nehmen die Seite hier ein bisschen ZU ernst.

    • Satirische Didaktik, Polemik, Bathos und Antiphrasis

    Das Beste für mich:
    Die Eruierung des fehlenden Bindestrichs in einem seiner Artikel zu Nordrhein-Westfalen bzgl. seines „Plagiat-Kollegen“ mit anschließender Korrektur eines grammatikalischen Fehlers, den er selbst falsch korrigiert. Das war echt witzig! Hat mir den stressigen Arbeitstag versüßt. :-)

    Diese Seite schreit vor satirischer Kritik und Co. Wäre das ernst, wäre das so traurig, dass es wieder lustig wäre.

    • Genau, alles nur Spaß. Nehmen Sie mein Gefasel keinesfalls ernst und widmen Sie sich wieder Ihrem stressigen Alltag.

      Aber noch eine Bitte betreff des angesprochenem grammatikalischen Fehlers: erleuchten Sie mich, ich bin nicht so schlau und finde den Fehler nicht.

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