Geschrieben von Christian Schnettelker

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Praxis Bildoptimierung

Im Folgenden ein Beispiel für die Praxis der Bildoptimierung während meiner Arbeit. Dazu vorab ein Hinweis: um Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzen zeige ich hier nur Ausschnitte aus den jeweiligen Bildern.

Das Problem des mir zur Verfügung gestellten Bildmaterials war ein teils extremer Gelbstich in den Aufnahmen, wahrscheinlich erzeugt durch Halogenlampen und einem nicht oder fehlerhaft gemachten Weißabgleich in der Digitalkamera. Hier ein unbehandelter Ausschnitt aus dem Original-Material:

Originalmaterial mit Gelbstich
Ich glaube, das Problem ist deutlich zu erkennen, die Farben wirken extrem unnatürlich, sind sie ja auch. Die Tapete im Hintergrund sollte weiß oder zumindest hellgrau sein. Stattdessen ist sie fast orange, vergibt.

Der nachträgliche Weißabgleich

Zuerst versuchte ich, mit diversen Filter-Einstellungen im Grafikprogramm den Fehler zu beheben, allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Das Ergebnis sah immer noch irgendwie künstlich aus. Nach einigen Versuchen entdeckte ich ein Programm, mit dessen Hilfe man einen Weißabgleich sozusagen nachträglich durchführen kann. Ich dachte bisher eigentlich, dass dies nur vor der Aufnahme oder mittels RAW-Dateien möglich sei – wieder etwas dazu gelernt. Das Ergebnis ist schon erstaunlich gut, siehe hier:

Korrigiertes Bild mit nachträglichem Weissabgleich
Voilà, die Tapete ist hellgrau, der Gelbstich eliminiert Allerdings sieht das Ganze noch etwas dunkel aus. Jetzt also noch die allgemeinen Optimierungen hinsichtlich Levels und Schärfe, die ich im Rahmen meiner Bildoptimierung seit längerem einsetze:

Optimiertes Bild (Endergebnis)
Die Tapete ist nun fast weiß, das Rot und Grün der Blume wirken recht natürlich. Bitte beachten Sie, dass es sich hier um einen massiv behandelten Bildausschnitt handelt, der natürlich nicht gestochen scharf sein kann, zumal das Original-Bild zusätzlich noch ganz leicht verwackelt war.

Zur Verdeutlichung, welche Möglichkeiten die digitale Optimierung bietet (wenn man weiß, was zu tun ist), hier ein weiteres Beispiel im direkten Vorher / Nachher-Vergleich:

Bildoptimierung: Vorher / Nachher-Vergleich
Achten Sie auf die Jeans der sitzenden Person und das glänzende Chrome des Mobiliars, im korrigierten Bildabschnitt wirkt es natürlich, im Original wie durch einen Sepia-Filter.

Fazit

Ich kann nur immer wieder an alle Kunden appellieren, genau zu überlegen, ob die Bilder für den Webauftritt wirklich selber aufgenommen werden können. Eine gute Digitalkamera ist heute oft vorhanden, fehlt es aber an Grundlagenwissen, sind die Ergebnisse dann doch meist enttäuschend und kontraproduktiv.

Ich rate daher im Vorgespräch meist dazu, wenn immer möglich einen Profi für die Aufnahmen einzuschalten. Dieser bringt Erfahrungen in der Motivwahl, der Ausleuchtung von Personen und die dazu notwendigen Gerätschaften mit, damit die abgebildeten Personen und Räume bestmöglich im Netz wirken. Meinen Kunden gebe ich auf Nachfrage gerne eine Liste von Fotografen an die Hand, mit denen ich schon gearbeitet habe.

Mittels der oben beispielhaft geschilderten Bildoptimierung können zwar grobe handwerkliche Fehler beseitigt oder gemindert werden, ein schlecht ausgeleuchtetes Gesicht mit starkem Schattenwurf oder Gegenlichtaufnahmen kann ich damit aber auch nicht korrigieren. Eine dritte Möglichkeit, an gute Bilder zu kommen, fällt mir noch ein: der Zukauf von Profi-Aufnahmen über eine Microstock-Agentur. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben rufen Sie mich doch einfach einmal an.

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