Geschrieben von Christian Schnettelker

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Plagiator #7 – Nosferatu

Gerade noch habe ich mich mit unfreundlichen Kommentaren zum Artikel „SEO? Nie gehört…“ herumschlagen müssen, da folgt der nächste Angriff: ein siebter, ganz besonders dreister Plagiator wurde durch Zufall enttarnt.

Ich staunte nicht schlecht, meine Texte fanden sich seitenweise bei einem Mitbewerber aus Brühl wieder, dessen URL mir dankenswerterweise die Plagiat-Suchmaschine http://www.plagscan.com/ nannte.

Im aktuellen Fall ging der junge Herr ganz besonders unverschämt vor, seine einzige Leistung bestand darin, meine Texte von Singular auf Plural umzustellen, um sich noch ein bisschen größer zu machen. Ganze Absätze und Abschnitte verschiedener Seiten hat er eins zu eins in der Hoffnung übernommen, dass es niemand merkt.

Tja, erneut ist das so richtig in die Hose gegangen, jede Schandtat holt den Übeltäter einmal ein. In guter alter Tradition vergebe ich für dem blutsaugenden Parasiten Nummer 7 wieder einen Codenamen, diesmal „Nosferatu“.

Screenshots

Hier die Screenshots der Nosferatu-Startseite, die Einleitung ist komplett von http://www.manoftaste.de/ entnommen:

Plagiat 1
Nosferatu hat die Wichtigkeit einer lokalen Suche nicht erfasst, daher erstreckt sich sein Reich gleich über ganz NRW. Und weil es so schön ist, lässt man den Bindestich in Nordrhein-Westfalen kurzerhand weg – clever!

Auch mit der Grammatik klappt es nicht so gut, er schreibt: „…sollten Sie nicht den erstbesten Webdesigner (Singular) engagieren, sondern jemanden (Singular) wie uns (Plural)“. Richtig wäre wenn schon die Umformulierung zu beispielsweise „…sollten Sie nicht die erstbesten Webdesigner engagieren, sondern eine Firma wie die unsrige“ gewesen. Was lernt man heute eigentlich so in der Schule?

Weiter geht’s mit der Kopierorgie, nun wird meine Seite Kompetenzen, Absatz „Responsive Webdesign“ verwurstet:

Plagiat 2
Es folgen die Absätze „Content Management“ und „Gestaltung“, Nosferatu hat hier lediglich den Satz mit Typo3 und der tautologischen Aussage „umfangreiche Großprojekte“ hinzugefügt:

Plagiat 3
Der komplette Abschnitt „Handwerk“ findet sich auch in Brühl wieder:

Plagiat 4
Doch damit nicht genug, meine Seite „Preise – Orientierung“ wurde ebenfalls komplett kopiert:

Plagiat 5
Plagiat 6
Falls Sie sich über die wirre Textformatierung wundern, so toll scheint der blutsaugende Plagiator sein Handwerk nicht zu verstehen, alles sieht entsetzlich zusammengewürfelt aus – ist es ja auch.

Zudem ergibt der Text wenig Sinn, es wird in meinem Text von einer Vielzahl von Projekten gesprochen, Nosferatu nennt aber auf seiner Seite nicht einmal eine einzige Referenz.

Pfui pfui pfui!

Was soll man noch sagen, es geht mit Deutschland wirklich in allen Bereichen rapide bergab. Weite Teile der Jugend von heute scheinen zu dumm und zu faul zu sein, um eigene Texte zu erstellen; das kopiert man sich einfach im Netz zusammen und hat dabei weder irgend eine Art von Unrechtsbewusstsein noch die Intelligenz, sich dabei nicht erwischen zu lassen.

Auch mit den SEO-Kenntnissen des jungen Mannes ist es nicht weit her, mein Testprogramm meldet (wie hätte es auch anders sein sollen) zahlreiche vermeidbare Fehler gleich auf der Startseite. Damit sind wir auch wieder bei meinem eingangs erwähnten Artikel „SEO? Nie gehört…“ angekommen, für den ich in den letzten Tagen massiv angefeindet wurde. Ohne rechthaberisch sein zu wollen fühle ich meine damaligen Aussagen bestätigt.

Der Blutsauger ist jedenfalls angeschrieben, sollten bis Freitag, 30.09.2016 um 12:00 Uhr die kopierten Texte nicht entfernt sein, werde ich einen Anwalt einschalten müssen.

Nachtrag vom 08. Oktober 2016

Nosferatu zeigt sich hartnäckig, weder auf Emails zu drei verschiedenen Konten noch auf ein Fax zeigt er auch nur die geringste Reaktion, die plagiierten Seiten sind immer noch online. Obwohl ich weder Zeit dafür noch Lust darauf habe, werde ich nun einen Anwalt einschalten müssen.

Nachtrag vom 18. Oktober 2016

Der Plagiator hat nicht reagiert, sämtliche Emails und Faxe blieben unbeantwortet. Wie angekündigt ist ein Anwalt eingeschaltet, welcher eine Abmahnung formuliert hat. Ich hätte das ganze Theater gerne vermieden, leider zwingt man mich dazu.

Nachtrag vom 04. November 2016

Die Texte wurden inzwischen aus dem Netz entfernt, allerdings hat Nosferatu die Anwaltskosten nicht beglichen. Es läuft nun eine letzte Frist bis zum 08. November, dann reichen wir Klage ein.

Nachtrag vom 15. Juli 2017

Das Gericht hat inzwischen geurteilt und zu meinen Gunsten entschieden. Allerdings empfinde ich keine Schadenfreude, fast tut er mir leid, da es nun erst recht ein teurer Spaß für ihn wird.

Kommentare

Kommentare

  1. Jochen Abitz schrieb:

    Ich vermute einfach mal, dass die heute in der Schule auch nur noch ihre Aufgaben mit Copy und Paste aus Google zusammenstückeln. Naja, wenn ich alle über einen Kamm scheren würde, dann wäre das auch nicht richtig.

    Ein starkes Stück ist es trotzdem!
    Gruß
    Jochen

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