Geschrieben von Christian Schnettelker

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Plagiator #6 – Der Dortmunder

Zum Jahresabschluss habe ich Plagiator Nummer 6 enttarnt, Codename „Der Dortmunder“. Dieses Mal hat man sich – im Unterschied zu seinen Vorgängern – größere Mühe gegeben, nicht ganz so schnell gefunden zu werden:
Der Dortmunder Plagiator, Absatz 1
Der Text entstammt meiner Seite „Webdesign-FAQ“, unverändert übernommen Wörter sind unterstrichen. Dabei versucht der gerissene Dortmunder mit kleineren Umformulierungen die Plagiate-Suchmaschinen auszutricksen: „Website“ statt „Webseite“, „Newspage“ statt „Aktuelles-Seite“, „detailliert“ statt „ausführlich“, „Pflege“ statt „Selbstpflege“ etc..

Funktioniert hat das alles leider nicht, denn meine Suchmaschine fand den Übeltäter trotzdem. Ebenfalls verwerflich: man frönt lustig und ohne Nachzudenken dem Denglisch-Wahn, bei Begriffen wie „Newspage“ bekomme ich persönlich Zahnschmerzen. Hier zum Vergleich mein Original-Text:

Kann ich meine Webseite selbständig pflegen?
Von einer einfachen Aktuelles-Seite bis hin zur kompletten Selbstpflege ist alles möglich. Näheres dazu habe ich auf meiner Seite „Content Management und Redaktionssysteme“ ausführlich beschrieben. Sollten Sie trotzdem Fragen oder spezielle Wünsche haben, stehe ich gerne telefonisch unter 0201-259 014 53 oder per Email mail@manoftaste.de zur Verfügung.

Für den Fall, dass der Dortmunder mitlesen sollte, eine kleine Anmerkung am Rande: den im plagiierten Text angegebenen Bereich „Content Management und Redaktionspflege“ gibt es auf Ihrer Webseite nicht.

Falls Sie weiterhin zu faul sind, eigene Texte zu schreiben und später vielleicht auch diesen Text ungefragt und ohne Erlaubnis übernehmen möchten hier schon mal der Link zu meiner Seite: http://www.manoftaste.de/kompetenzen/content-management-cms.html.

Das erspart Ihnen die umständliche Suche, für die Sie sicher ebenfalls zu bequem sind.

Zweiter Absatz

Der Textklau des raffinierten und ungenierten Dortmunders geht in einem zweiten Absatz weiter:

Der Dortmunder Plagiator, Absatz 2
Gleiches Prinzip wie vorher: „Umsetzung“ statt „Realisierung“, „wenn möglich“ statt „möglichst“, „usw.“ statt „etc.“, „Bilddateien“ statt „Bilder“. Hier mein Original-Text zum Vergleich:

Was muss ich für meine Webseite bereitstellen?
Für die Gestaltung und Realisierung eines neuen Auftritts benötige ich natürlich alles Material, das Ihnen zur Verfügung steht, also Bilder, Logos, Texte etc. – möglichst in digitaler Form.

Bilder übersenden Sie bitte immer unbearbeitet in höchstmöglicher Auflösung, da ich ggf. Optimierungen für den Einsatz im Internet vornehme. Hinsichtlich Texte sollten Sie Ihre Firma oder das Projekt ausführlich in gutem Deutsch beschreiben, dies ist sehr wichtig für die Suchmaschinen.

Blender

Zuerst dachte ich, dass die Webseite des Dortmunders sehr schön und modern gemacht wäre. Bei näherer Betrachtung aber auch hier nur Enttäuschung, man verwendet ein für $99,95 im Netz käufliches WordPress-Template, hat also hier ebenfalls keine Eigenleistung erbracht und alle diesbezüglichen Mühen gescheut.

Wie sollte es auch anders sein hapert es zusätzlich noch (wie sooft) „unter der Haube“ hinsichtlich Suchmaschinen; der SEO-Score der Dortmunder Seite liegt mit 66% im gelben Bereich – das ist verbesserungswürdig und für eine Agentur blamabel. Der Dienst auf https://validator.w3.org/ findet unrühmliche 23 Warnungen und Fehler im HTML-Code – pfui!

Diesen meinen Blog hat der trickreiche Dortmunder gleichfalls ignoriert, sonst wäre er nicht in die Plagiate-Falle getappt und hätte bestimmt noch einiges zur Verbesserung der Suchmaschinen-Parameter seiner Seite aufgeschnappt. Tja, Pech gehabt.

Erfolgsmodell kopiert

Die Idee des Plagiators ist nicht grundsätzlich verwerflich; er versucht, meinen Erfolg mit dem Suchbegriff „Webdesign Essen“ auf Dortmund zu kopieren und unter „Webdesign Dortmund“ prominent positioniert zu sein. Richtig gut klappt das aber nicht, erst auf der 2. Seite unten ist er zu finden.

Mein Tipp: Ehrlichkeit wärt am längsten, Fleiß und Beharrlichkeit führen langfristig zum Ziel. Nicht zu faul zum Schreiben sein, eigene Ideen suchen und eigene Texte erstellen, ausdauernd bloggen – dann klappt es vielleicht irgendwann einmal mit der Pole Position.

Außerdem sollte man als Webdesigner doch eine eigenständige Webseite zustande bringen statt nur ein gekauftes Template zu verwenden.

Ich befürchte aber, dass der Dortmunder für die notwendigen Arbeiten das Engagement und die Ausdauer nicht wird aufbringen können. Mir soll es recht sein, ein fauler Konkurrent ist keine Konkurrenz.

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