Geschrieben von Christian Schnettelker

Schlagwörter:

Oh du schreckliche

Heute wird in den USA der „Black Friday“, der Beginn der Weihnachtseinkaufssession zelebriert. Viele Menschen warten dort nachts in langen Schlangen vor den Geschäften, um pünktlich zu Mitternacht vermeintliche Schnäppchen zu ergattern, egal, ob sie es sich leisten können oder nicht. Youtube ist voller Videos, wie sich adipöse Konsumsklaven an Wühltischen um billigsten China-Müll prügeln, hier ist jeder sich selbst der Nächste. Sehr festlich…

Shoppen, bis der Zwegat kommt

Aber auch bei uns ist es nicht viel besser, schon seit Monaten werde ich mit automatischen Emails bombardiert: „Herr Schnettelker, haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke?“. „Das perfekte Geschenk für den Hausmann: Superstarke 3,1 PS-Kettensäge: statt 399,- Euro nur 139 Euro“. In den letzten vier Wochen vor Weihnachten ist der Werbeterror besonders schlimm, leider. Der bekannte Spruch „Süßer die Kassen nie klingeln“ trifft es genau.

Weihnachtsmänner
Ok, ich gebe zu, ich bin wohl soetwas wie ein „Weihnachtsmuffel“. Doch das war nicht immer so, erst die ungehemmter Konsumgeilheit der letzten sagen wir mal 20 Jahre hat mich Schritt für Schritt dazu gemacht und meine Ablehnung, wie dieses Fest gefeiert wird, immer weiter verstärkt. Ich könnte grundsätzlich einer besinnlichen Zeit zum Jahresende schon etwas abgewinnen.

Es schneit im Browser

Aber das Hauptthema dieses Blogs sind ja Webseiten, und gerade zum Jahresende findet sich auf praktisch jeder bedeutenden oder unbedeutenden Seite ein, meist scheußliches, weihnachtliches Element, das pünktlich Anfang Dezember aus der Mottenkiste hervorgeholt und hochgeladen wird.

Da schneit es plötzlich im Browser, es plärrt dem Besucher ein „Oh Du Fröhliche“ als stark komprimierte Mono-Datei entgegen oder – der mit Abstand geschmackloseste, scheußlichste, einfallsloseste Klassiker – dem Logo wird eine „lustige“ Weihnachtsmütze übergestülpt. Ganz originell sind auch die Ecken mit weihnachtlichen Glocken und Kränzen zu verzieren oder Rentiere durchs Bild hüpfen zu lassen.

Spaßbremse…

Nicht genug also, dass man im Fernseher rot-weiß bombardiert wird, nicht genug das jede Firma auf Plakaten und Broschüren krampfhaft ihre Produkte mittels Weihnachtsmann und Rentier unter den Weihnachtsbaum bringen möchten, nein auch beim Surfen im Netz leiden Weihnachtsmuffel wie ich Höllenqualen. Ich bin keine Spaßbremse, aber das meiste ist schlicht und einfach geschmacklos, zumindest empfinde ich das so.

Ich darf Ihnen daher versprechen, beim Besuch meiner Seite und in meinen Emails bleiben Sie von solchen graphischen Peinlichkeiten, verlogenen Wünschen und hohlen Phrasen verschont. Ich sehe mich als Dienstleister und nicht als Marktschreier. Ich bin übrigens auch gleichzeitig stolzer Erfinder des Weihnachtskalenders mit 27 Türchen, denn am 27. Dezember ist der Spuk vorbei…

Nachtrag

Weihnachten ist leider jedes Jahr. Ende 2014 durchlitt ich erneut ein „Martyrium in Rot/Weiß“, näheres dazu lesen Sie unter „Weihnachten mit Birgit Bunt“.

Pin on PinterestShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedIn

Kommentare

Kommentare

Kommentar schreiben

Allgemeiner Hinweis: Bitte kommentieren Sie zum Thema unter Vermeidung von Allgemeinplätzen. Eine gute Rechtschreibung sollte selbstverständlich sein.

Hinweis für SEO-Kommentarschreiber: alle Links sind nofollow und steigern Eure Linkpopularität nicht. Offensichtliche SEO-Kommentare werden nicht oder in anonymisierter Form veröffentlicht.