Geschrieben von Christian Schnettelker

Schlagwörter:

No man not a gentleman can insult me

Zu keinem anderen Artikel der letzten nun auch schon vier Jahre, die ich diesen Blog betreibe, gab es soviele Kommentare wie zu „SEO? Nie gehört…“. Nur einer davon war positiv, mehrere Hater hatten anscheinend im Leben nichts besseres zu tun und arbeiteten sich intensiv daran ab.

Des Kaisers neue Kleider

Ich fasse nochmal kurz zusammen, was ich damals „Verwerfliches“ von mir gab:

  1. Bei einem kurzen Test der Mitbewerber im Raum Ruhrgebiet stellte ich fest, dass viele (nicht alle) grundlegende Suchmaschinen-Einstellungen missachten.
  2. Ich äußerte die Meinung, dass eine professionelle Agentur auch professionell handeln müsse und so viele gravierende SEO-Fehler vom Profi nicht toleriert werden können.

Das war auch schon alles, es wurden im Artikel keine Namen, sondern nur Fakten genannt. Es gab auch keine Screenshots zu sehen, über die man auf eine zu mir konkurierende Seite schließen könnte.

Eigentlich ist die Feststellung also ehr banal und im Sinne des Kindes, welches in der Erzählung „Des Kaisers neue Kleider“ feststellt, dass der Kaiser in Wirklichkeit nackt ist.

Ausfälle

Trotzdem genügt dies manchen Leuten, mich persönlich übelst anzugreifen, hier ein Auswahl von besonders „ausgefallenen“ Formulierungen:

  • Ich habe im Leben schon viel dumme und auch arrogante Menschen kennen gelernt. Was Sie mit Ihrem Artikel abliefern ist, naja, um es mal milde auszudrücken, „erheiternd“
  • Beim Test mit dem **** Website-Checker schneidet Ihre Website webdesign-blog.manoftaste.de mehr als erbärmlich ab
  • Dass Sie aber im öffentlichen Raum eine derartige Selbstbeweihräucherung veranstalten, spottet jeglicher Beschreibung. Ich wünsche Ihnen gute Besserung
  • Diese Seite schreit vor satirischer Kritik und Co. Wäre das ernst, wäre das so traurig, dass es wieder lustig wäre

So ist das leider mit der Debattenkultur heutzutage, sie hat sich auf das primitive Niveau der nahezu ausschließlichen persönlichen Beschimpfung zurückentwickelt. Das sehen Sie überall, insbesondere in der Politik, bei Youtube-Videokommentaren, auf Twitter und auf Facebook.

Bathos und Antiphrasis

Man könnte meinen Schreibstil durchaus kritisieren; der Artikel versucht, das dröge Thema mit einer gewissen Portion Sarkasmus interessanter zu gestalten, was möglicherweise nicht den Humor eines jeden Zeitgenossen trifft. Ich gebe bereitwillig zu, zum Sarkasmus und Zynismus zu neigen, aber wäre es wirklich besser, die Texte sachlich-nüchtern und dadurch letztlich todlangweilig zu formulieren? Ich meine nein.

Ein Kommentator beschrieb meinen Schreibstil mit zahlreichen Fremdwörtern, die ich ehrlich gesagt teilweise auch erst einmal habe nachschlagen müssen: Satirische Didaktik, Polemik, Bathos und Antiphrasis. Manchen scheint dieser Stil nicht zu gefallen, in Ordnung. Aber darf man deswegen gleich ausfallend werden? Ich meine nein.

Wie gehe ich nun mit solchen Angriffen um? Ganz einfach, als Liebhaber weiser Sprüche und Lebensweisheiten halte ich mich an den Rat von Frederick Douglass:

A gentleman will not insult me, and no man not a gentleman can insult me.
(Ein Gentleman wird mich nicht beleidigen und kein Mann, der nicht ein Gentleman ist, kann mich beleidigen.)

Pin on PinterestShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedIn

Kommentare

Kommentare

Kommentar schreiben

Allgemeiner Hinweis: Bitte kommentieren Sie zum Thema unter Vermeidung von Allgemeinplätzen und Einzeilern. Eine korrekte Rechtschreibung wird erwartet.

Hinweis für SEO-Kommentarschreiber: alle Links sind nofollow und steigern Eure Linkpopularität nicht. Die Kommentare werden moderiert, offensichtliche SEO-Kommentare nicht veröffentlicht.