Geschrieben von Christian Schnettelker

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Neues von Karl-Theodor

Leser meines Blogs werden sich sicher noch an den parasitären Plagiator aus dem schönen Thüringen erinnern, dessen Machenschaften ich Anfang diesen Jahres enttarnte und welchem ich den Spitznamen „Karl-Theodor“ gab.

Zwischenzeitlich wurde ja auch einer gewissen Ministerin, der ebenfalls die Mühe, eigene Texte zu erstellen, anscheinend zu mühsam war, der Doktortitel entzogen – wie passend!

Nun, mein Karl-Theodor hat sich inzwischen auf meine Email hin gemeldet, er schrieb mir, Zitat: „…da die Texte von einem befreundeten Texter stammen, kann ich keine Aussage dazu machen. Ich werde die Texte aber zeitnah entfernen“.

Wer hat „Jehova“ gesagt?

Aha. Das leuchtet mir ein, ein befreundeter Texter war’s! Na da hätte ich aber auch selber drauf kommen können! Ich platze schon fast vor Neid, einen Texter für meine Seiten zu beschäftigen kann ich mir im Moment ehrlich gesagt nicht erlauben.

Jetzt weiß ich auch, wohin mein Solidaritätszuschlag fließt, welchen mir das Finanzamt freundlicherweise bei jeder Steuervorauszahlung aufschlägt: in schöngeistige ostdeutsche Texter! Wie gesagt, da hätte ich wirklich selber drauf kommen können…

Bei dieser Gelegenheit habe ich mir seine Webseite einmal näher angeschaut: die plagiierten Texte sind, bis auf eine Zeile der Startseite, tatsächlich verschwunden. Die Seite macht auf den ersten Blick auch keinen schlechten Eindruck, habe da schon ganz andere Sachen gesehen.

Gleich auf der Startseite rühmt er sich damit, um ca. 50% günstiger zu sein als andere Agenturen. Naja, kein Wunder eigentlich, fallen doch die Zeiten und Kosten für das Erstellen guter Texte so oder so weg…

Garantiert bürokratisches Webdesign

Schaut man sich die Webseite weiter an neigt Karl-Theodor allerdings zur buchhalterischen Kleinkariertheit. Beispielsweise müssen Sie genau wissen, wie oft sich Ihre zukünftigen Seiten noch ändern werden, denn die Pflege selbiger ist als Paket zu buchen.

Beim kleinsten Paket sollten Sie ihn tunlichst nicht mehr als eine Stunde monatlich beschäftigen, andernfalls bleibt die Arbeit möglicherweise bis zum nächsten Monat liegen. Wenn Sie allerdings stolze 719,- EUR für ein ganzes Jahr Pflege im Voraus bezahlen ändert Karl-Theodor Ihre Seiten jede Woche garantiert eine Stunde lang – egal, ob es etwas zu ändern gibt oder nicht.

Kompliziert wird es auch bei der Frage des Menüs, laut eigener Angabe ist ein einfaches Menü immer im Paketpreis enthalten, bei „aufwendigen Klappmenüs“ oder anderen Sonderwünschen machen Sie sich jedoch auf Extrakosten inklusive buchhalterischer Ermittlung derselben gefasst.

Wenn Sie Seiten nachträglich hinzufügen möchten ist das natürlich auch möglich, geben Sie aber unbedingt die Auftragsnummer des ursprünglichen Projekts an, damit Karl-Theodor bei der Vielzahl von Projekten ermitteln kann, wer Sie überhaupt sind.

Und beeilen Sie sich bitte, Ihre Daten speichert er laut eigener Aussage nur sechs Monate lang, danach wandert alles inklusive Auftragsnummer und Projektdefinition in dreifacher Ausfertigung ins digitale Nirwana.

Wer soll Ihr Herzblatt sein?

Nun, könnte noch viel über den Sinn und Unsinn mancher dortigen Überlegungen schreiben, ich will meine Häme auch nicht übertreiben und überlasse Ihn seinem Schicksal, meine Sache ist diese Vorgehensweise nicht. Wie ich auf meiner Webseite darlege mag ich Festpreise, nenne vorab selbstverständliche Inklusivleistungen und vermeide wennimmer möglich die Ausbildung eines bürokratischen Wasserkopfes.

Auch bei mir gibt es übrigens, neben dem einfach zu bedienenden Webdesign-Kostenrechner, ein Paket zum Festpreis. Wenn es allerdings im Laufe der Arbeiten doch notwendig werden sollte, ein umfangreicheres Menü einzusetzen oder später eine oder zwei Seiten hinzukommen, werde ich um etwas Mehrarbeit keine kleinliche Preisdiskussion beginnen.

Auch die Pflege Ihrer Seiten berechne ich möglichst einfach und fair nach Aufwand zu einem fixen Stundenpreis. Ihre Daten bleiben dabei, dank einer überlegten Datensicherungsstrategie, dauerhaft bei mir gespeichert für den Fall, dass Sie später Änderungen veranlassen möchten.

Also, falls Sie ein eigenes Webprojekt planen haben Sie nun, wie bei der Sendung „Herzblatt“, die Wahl; auf Wunsch gebe ich den Auftrag natürlich gerne an Karl-Theodor weiter…

PS: Vielleicht gibt es demnächst weitere „Karl-Theodor-Artikel“: Karl-Theodor kehrt zurück, Karl-Theodors Sohn, Karl-Theodor in New York… mal sehen…

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