Geschrieben von Christian Schnettelker

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Hochkant ist Fehler #1

Das Mainstream-Presseorgan „Die Welt“ hat einen Artikel „Die vier dümmsten Fehler beim Filmen per Handy“ im Angebot, über den ich heute morgen gestolpert bin. Der recht „dünne“ Text steht in der Tradition seichter Fernsehsendungen der Unterschichten-Sender wie „Die 10 dümmsten Anmachsprüche“ oder „Die 100 lustigsten TV-Pannen aller Zeiten“: bombastischer Titel, wenig Inhalt.

Wie auch immer, mit einem der vier aufgeführten Fehler spricht mir das Blatt aus der Seele: „2. Fehler: Smartphone hochkant halten“. Wer so filmt, denkt kurzfristig, denn praktisch alle Videoplattformen im Netz sind auf ein Breitbild-Format wie 16:9 ausgelegt.

Ich hätte diesen Fehler sogar auf Platz #1 gesetzt, denn das Ergebnis eines solchen Videos sieht später auf Youtube ungefähr so aus:

Video im Hochkant-Format
Ca. 70% der Fläche sind schwarz – toll! Was für Videos gilt, gilt in vielen Fällen auch für Fotos, insbesondere dann, wenn an mein Thema Webdesign denkt.

Ich bekomme regelmäßig solche ungeeigneten Aufnahmen, auch von professionellen Fotografen, die extra dafür gebucht wurden, Bilder zur Verwendung auf der Webseite zu machen. Oft ist dann nichts oder nur mit viel Tricks etwas zu retten, die Verwendung als Panorama-Kopfbild, siehe die Wiese auf meiner Webseite, ist meistens unmöglich.

Die Leute, die so fotografieren oder filmen, denken also allermeistens nicht oder nicht mit. Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, den Webseiteninhaber ausdrücklich auf das Problem aufmerksam zu machen, wenn ich vorab über die Einschaltung eines Fotografen informiert werde.

Vertical Video Syndrome

Inzwischen gibt es sogar eine witzige kleine Webseite, welche die Leute von dieser Art des Filmens abhalten soll: Say no to vertical videos.

Dort wird bedauert, dass 80% aller Videos heutzutage hochkant aufgenommen werden („More than 80% of the video is filmed vertically“), die Menschen würden unter einem „Vertical Video Syndrome“ leiden.

Ich stehe mit dieser Kritik also nicht alleine, wenn wohl auch auf verlorenem Posten, denn, wie bereits im obigen Video gesagt, machen sich die Leute keine Gedanken darum („They don`t give a sh***beep***“).

Ausnahmen

Natürlich gibt es wie immer Ausnahmen: Porträtfotos und Fotos für Instagram bzw. Pinterest können durchaus auch im Hochformat erstellt werden. Ich persönlich würde trotzdem auch hier das Breitformat bevorzugen, denn daraus lässt sich meist auch eine schönes Hochformatbild erzeugen. Umgekehrt ist das idR nicht oder, wie gesagt, nur mit großem Aufwand möglich.

Das ist übrigens auch ein weiterer, großer Unterschied zwischen einer professionellen Kamera und einem Handy: die Kamera macht automatisch Aufnahmen im Breitbild, für Hochkantaufnahmen muss sie um 90° gedreht werden. Beim Handy ist es genau anders herum.

Wie bitte?

Und noch etwas zum Thema Video fällt mir gerade ein: viele Filme, die für Youtube & Co. erstellt („gedreht“) werden, sind optisch perfekt, leiden aber unter einem mangelhaften Ton.

Insbesondere bei gefilmten Vorträgen und Gesprächsrunden sind oft die Personen und der Hintergrund gut ausgeleuchtet, das Video wird zeitgemäß in HD produziert – nur der Ton ist dann viel zu leise, voller Störgeräusche oder gar völlig unverständlich.

Diese Leute haben von einer guten Mikrofonierung, Audio-Kompression, Popschutz etc. leider noch nie etwas gehört und / oder nutzen für den Ton Phuyuck-Mikrofone vom Elektro-Discounter (vulgo „Chinaschrott“). So kann man sein Video natürlich auch erfolgreich kaputt machen.

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