Geschrieben von Christian Schnettelker

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Google dreht die Daumenschrauen an

Die technikaffin Presse titelt bereits „Mobilegeddon 2“, denn Google will ab Mai diesen Jahres für mobile Geräte optimierte Seiten („responsive Webdesign“) weiter stärken. Das bedeutet, dass diese Seiten weitere Pluspunkte bekommen und nicht optimierte Seiten ggf. dahinter zurückfallen.

Besagte Presse schreibt teilweise auch, dass das nicht allzu viele Auswirkungen haben sollte, denn die meisten Seiten wären ja bereits umgestellt. Ist das so? Ich denke nein, denn oftmals ist so eine Umstellung nicht mal eben an einem Nachmittag zu bewerkstelligen.

Gründe

Die folgenden Gründe, warum relativ viele Seiten auch heute noch eine feste Breite haben, fallen mir spontan ein:

■ Fehlendes technisches Verständnis – Nach wie vor haben viele keinerlei Ahnung, dass es diese Technik überhaupt gibt.

■ Kein Problembewusstsein – Meine Seite funktioniert, auch auf dem Handy, also wo ist das Problem?

■ Keine Ahnung von SEO – Wenn ich den Namen meiner Firma xyz in Google eingebe, steht meine Seite bereits ganz oben, wo ist das Problem?

■ Kein Geld – der Überlebenskampf in Deutschland wird immer härter, das Finanzamt ist hemmungslos geldgierig, woher nehmen und nicht stehlen?

■ Keine Zeit – Geld muss verdient werden, die Bürokratie wuchert, der Hausdrache nörgelt – da bleibt wenig Zeit, sich um solche Dinge zu kümmern.

■ Großer Aufwand – Oft sind die bisherigen Seiten mit einer Technik erstellt worden, die es sehr schwierig bis unmöglich macht, die mobilen Fähigkeiten einfach so mal eben nachzurüsten. In diesem Falle muss die Seite, verbunden mit den entsprechenden Kosten, komplett neu aufgesetzt werden, wovor manche zurückschrecken.

■ Webseite? Habe ich schon – Manche Leute betrachten das Thema nach einmaliger Erstellung der Seiten als erledigt und interessieren sich von da an in keinster Weise mehr für die Inhalte oder für technische Entwicklungen.

■ Prokrastination – Die Erweiterung um die mobilen Eigenschaften ist für die nächste Version der Seite (dummdeutsch „relaunch“) geplant, diese lässt aber auf sich warten, da erst die 120 Meinungen der 100 Mitarbeiter eingeholt und ausgewertet werden müssen.

■ Fatalismus – Inzwischen höre ich öfters die Meinung, dass Deutschland und dessen Einwohner inzwischen ganz andere Probleme als mobile Webseiten haben. Das stimmt leider, bei Mobilegeddon 1 im März 2015 sah die Welt noch anders aus.

Auf der Streckbank

In meinem Falle gibt es noch einen weiteren Grund: ich habe zwar eine Reihe von Webauftritten umgestellt, schaffe es aber innerhalb eines Jahres keinesfalls, sämtliche Auftritte, die ich betreue, entsprechend zu behandeln.

Das wird wohl auch noch ein paar Jahre dauern, selbst dann, wenn Google im März 2017 die Streckbank hervorholen und mit glühenden Zangen drohen sollte.

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