Geschrieben von Christian Schnettelker

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Gestatten: Karl-Theodor

Der Erfolg einer Webseite und steigende Positionen in den Suchmaschinen zieht irgendwann auch eine gewisse Sorte von Parasiten und Mitessern an: die Plagiatoren.

Diese denken in etwa nach folgendem Muster: warum Inhalte mühselig und zeitaufwendig selber schreiben, wenn man doch einfach im Netz die passenden Texte für seine Seiten „zusammengooglen“ und per Copy & Paste übernehmen kann? Merkt ja keiner…

Zertifiziertes Text-Recycling

Doch die Plagiatoren schreiben nicht nur ungerne, sie lesen auch offensichtlich wenig und verfolgen anscheinend selten die Nachrichten. Andernfalls wüssten sie, dass man kopierte Texte dank geeigneter Webdienste heute sehr wohl feststellen kann – eine Tatsache, durch die bereits ein gewisser Minister mit Gelfrisur vor einigen Monaten notgedrungen von seinem Amt zurücktreten musste.

Kürzlich fand ich mich auch unter den Opfern der Plagiatoren wieder und Teile der von mir für manoftaste.de verfassten Texte an ganz anderer Stelle: bei einem „Kollegen“ Webdesigner aus dem Thüringischen.

Diesem laut eigenen Angaben „Technischen Assistenten für Informatik“ und sogar „zertifiziertem Webdesigner“, nennen wir ihn Karl-Theodor, gefielen meine Texte so gut, dass er sie kurzerhand mit zu sich in seine schöne Heimat Thüringen nahm. Abschnitte der Seiten

http://www.manoftaste.de/ und
http://www.manoftaste.de/preise/webdesign-preise-orientierung.html

wurden geschwind und fast 1:1 in seinen eigenen Auftritt kopiert, Essen ist ja weit weg, merkt ja keiner, siehe oben. Hier die Screenshots der fraglichen Seiten:

Text-Plagiat
Text-Plagiat
Schon dreist, oder?

Schwere Uhren

So richtig haben die Damen und Herren Plagiatoren das Konzept dieses komischen Urheberrechtes sowieso nicht begriffen – sie schreiben das Wort gerne mit ‚h‘ und wundern sich zudem schon lange, warum manche Leute so schwere Uhren besitzen, dass man extra jemanden braucht, der das Recht hat, diese anzuheben.

Eigene Ideen kommen ihnen ehr selten, die besorgt man sich dann halt ungefragt und umsonst bei anderen – ein erschütterndes Armutszeugnis für jemanden, der, wie in meinem Fall, ausgerechnet im kreativen Bereich Webdesign tätig ist.

Bezeichnend auch, das man im eigenen Impressum barsch und im schönsten Juristendeutsch auf dem Recht an den Texten und Bildern seiner Seite gegenüber anderen besteht. Gesetze gelten offenbar je nach Bedarf, vorzugsweise dann, wenn es einem nutzt.

VEB Kopieren und Einfügen

Aber zum Glück gibt es ja wie bereits erwähnt Suchdienste zur Identifizierung dieser Schurken, drei davon habe ich kürzlich einmal ausprobiert:

http://www.plagscan.com/plagiatcheck/
http://www.plagaware.de/
http://www.plagium.com/

Innerhalb von wenigen Sekunden war das thüringische Kombinat „VEB Kopieren und Einfügen“ ausfindig gemacht und deren Schandtaten per Screenshot und HTML-Kopie festgehalten.

Anhand des Bearbeitungsstandes meiner Texte kann ich sagen, dass die Plagiate schon vor einigen Monaten angefertigt worden sein müssen, immerhin war man so schlau, über die robots.txt eine Archivierung der Seiten durch beispielsweise das Internet Archive: Wayback Machine auszuschließen.

Aber trotzdem, liebe parasitäre Damen und Herren Plagiatoren, wenn Ihr mal wieder keine eigenen Ideen habt, die Ausarbeitung eigener Texte zu arbeitsintensiv findet oder das mit dem Schreiben schon in der Schule nicht so recht klappen wollte, dann gebt Euch wenigstens etwas mehr Mühe, nicht so einfach gefunden zu werden!

Hier hört der Spaß auf

Nochmal zurück zu meinem zertifizierten Karl-Theodor: ich habe ihn erst einmal freundlich, aber bestimmt angeschrieben, sollte er innerhalb der nächsten Wochen nicht reagieren und die Texte weiterhin widerrechtlich verwenden, muss ich wohl notgedrungen einen Rechtsanwalt einschalten.

Denn beim 1:1 Kopieren von Texten hört der Spaß auf. Nicht nur, dass die Plagiatoren sich mit fremder Arbeit schmücken und die Ernte dafür einfahren möchten, auch meine eigene Webseite kann von Google wegen „Doppelten Inhalt“, einem Bewertungskriterium aller Suchmaschinen, obendrein noch abgestraft werden.

Nachtrag

Im Februar 2013, nach Beendigung der wohl verdienten langen Winterpause, reagierte der parasitäre Plagiator auf meine Email. Lesen Sie auf „Neues von Karl-Theodor“, wie es weiter ging.

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