Geschrieben von Christian Schnettelker

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Die perfekte Webseite

Da ich meine Brötchen mit dem Design und der Pflege von Webseiten verdiene möchte ich heute einmal zusammenfassen, wie ich mir persönlich eine „perfekte“ Webseite vorstelle. In der Realität lässt sich das – aus vielerlei Gründen – so oft nicht realisieren, das ist mir durchaus bewusst. Aber vielleicht kann ich ein paar Anregungen und Erklärungen geben.
Die perfekte Webseite

Perfekt für wen?

Ich entwickle hauptsächlich Webseiten für Ärzte, Praxen und kleine bis mittelgroße Firmen, deshalb schreibe ich diesen Text erst einmal aus dieser Sicht. Bei privaten Projekten, großen Shopsystemen etc. mögen andere Kriterien gelten, trotzdem gehe ich davon aus, dass das meiste hier gesagte auch dort zutreffend ist.

Bilder

Auf meiner Internetseite und in einigen Artikeln habe ich ja bereits auf die Wichtigkeit von guten Bildern hingewiesen. Meine perfekte Webseite hätte entweder wirklich richtig gute Bilder oder lieber gar keine. Halbdunkle Aufnahmen, starke Schatten im Gesicht, peinliche Weihnachtsbäume im Hintergrund etc. verderben den professionellen Gesamteindruck einer Seite, selbst wenn diese auf einer Unterseite versteckt sind.

Für meine perfekte Seite führt also kein Weg um die Einschaltung eines professionellen Fotografen oder den Einkauf hochwertiger Aufnahmen über einer Microstock-Agentur herum. Gleiche Maßstäbe gelten übrigens auch für Personenaufnahmen in einer Vita: dröge Passbild-Fotos mit gequältem Lächeln und Samtvorhang im Hintergrund lieber nicht verwenden, notfalls kein Foto als so eines!

Layout

Auf die Bilder oder das Firmenlogo baut dann die Gestaltung der Seiten (Layout) auf. Die Auswahl der passenden Farben ist oft nicht einfach, sie müssen zu den Bildern oder Logo passen, dürfen aber nicht aufdringlich sein. Das Layout meiner perfekten Webseite berücksichtigt natürlich auch, sofern vorhanden, das „Corporate Identity“ einer Firma oder Organisation: gut sichtbares Logo im Kopf der Seite, eine Verwendung dazu passende Farben und ggf. Schriftarten.

Technik

Im Jahre 2013 sollte eine neue Webseite möglichst in HTML5 erstellt und das Layout mittels CSS in einer externen Datei definiert werden. Natürlich gibt es viele ältere Seiten, auf die das nicht zutrifft und wo sich eine Umstellung nicht rechnet, aber neue Projekte und also auch meine neue, perfekte Seite würde ich damit erstellen. Gleichfalls wäre meine Seite zentriert und für die Anzeige auf Smartphones, Tablets und Notebooks optimiert, hätte also ein in CSS definiertes, sogenanntes „Responsive Webdesign“.

Was heute m.E. gar nicht mehr geht: reine Flash-Seiten. Suchmaschinen mögen diese nicht, Geräte mit Obstlogo zeigen sie gar nicht an und auf mich wirken sie durch ihre „bombastischen“ Effekte meist aufdringlich. Oft hält sich die Bedienung auch nicht an gewohnte Standards, sodass sie den Benutzer unnötig verwirrt.

Der Text wird heute eigentlich nicht mehr in einer (zu) oft gesehenen Verdana oder Times New Roman-Schriftart präsentiert, sondern mittels eines passenden Webfonts realisiert. Die Fonts lädt meine perfekte Seite mittels @font-face vom eigenen Server, falls der Google-Dienst einmal ausfallen sollte. Der Text ist gut lesbar, hat also eine ausreichende Schriftgröße und einen dazu passenden Zeilenabstand.

Inhalt, Text

Der Inhalt einer perfekten Webseite wäre in einem flüssigen, fehlerfreien, nicht zu verschachteltem Deutsch geschrieben. Der Text sollte nicht zu knapp sein, damit eine Seite auch gefüllt ist, andererseits nicht durch eine Überlänge abschrecken. Mindestens 200 Worte pro Seite, maximal vielleicht 1000 Worte wäre er lang. Eine gute Strukturierung mit Überschrift (h1-Tag) und Zwischenüberschriften (h2/h3-Tags) sowie die Aufteilung in Absätze sind für meine perfekte Seite selbstverständlich.

Der Text selber wäre dabei keine reine Selbstdarstellung („ich bin toll“), sondern würde ehr nach dem Motto „was kann ich für den Kunden tun, wie kann ich sein Problem oder Anliegen lösen“ geschrieben sein. Er würde versuchen, möglichst viele Fragen, die zur Firma oder Organisation aufkommen könnten, schon im Vorfeld zu beantworten, um telefonische Rückfragen und verärgerte Kunden weitestgehend zu vermeiden.

Suchmaschinen

Meine Webseite wäre für eine möglichst gute Auffindbarkeit in den Suchmaschinen optimiert: aussagekräftige Titel für jede Seite, sprechende URLs und Bildernamen, alt-Tags für Bilder und title-Tags für Links. Meine Seite würde ich mittels online verfügbaren SEO-Testseiten überprüfen, über die Webmastertools bei Google anmelden und dort auch eine XML-Sitemap hochladen.

Für die Suchmaschinen ist natürlich auch wieder der Text extrem wichtig; er sollte, wie bereits gesagt, nicht zu knapp sein und möglichst viele wichtige „Keywords“ zum jeweiligen Fachbegriff nennen. Das ist nicht immer leicht, Hilfe geben dabei Keyword-Tools, über die sich ähnliche Suchbegriffe und deren „Suchhäufigkeit“ anzeigen lassen.

Bedienung

Ein einfaches, klar strukturiertes „flaches“ Menü wäre wünschenswert. Meine perfekte Webseite kommt daher wenn möglich ohne ausklappbare Sub-Submenüs und Javascript-Effektspielereien aus. Der Besucher meiner Seite müsste nicht lange überlegen, wie das Menü funktioniert oder hinter welchen Begriffen sich das Gesuchte befindet; es ist im Kopf oder rechts / links im oberen Drittel einer jeden Seite zu finden, sieht auf allen Seiten gleich aus und beinhaltet eindeutige, kurze Menünamen.

Rechtliches

Da wir in einem Land mit einer Heerschar von auf Fehler lauernden Anwälten leben muss meine perfekte Webseite rechtlich möglichst „wasserdicht“ sein: Impressum mit Pflichtangaben und Disclaimer vom Profi, Datenschutzhinweise, Nennung der Fotografen im Impressum. Alle Texte sind selbst verfasst und alle Bilder korrekt lizenziert.

Pflege

Webseiten sind mehr oder weniger Dauerbaustellen, es gibt laufend etwas zu verbessern oder zu aktualisieren. Die Seiten müssen lebendig sein, um den Besucher das Gefühl geben, hier umfassen und aktuell über die Firma oder Organisation informiert zu werden. Zusätzlich wäre eine gut gepflegte Aktuelles- oder News-Seite sinnvoll, auf der mittels kurzer Textnachrichten über Urlaubszeiten, Sonderaktionen etc. informiert wird.

Do / Don’t do

Hier noch das oben gesagte, kurz zusammen gefasst, in Form einer übersichtliche Do / Dont’t do-Liste:

Do:

  • Profi-Bilder zum Layout und zu der Firma / Organisation / den Menschen
  • Zu den Bildern, Logo und CI passendes, nicht aufdringliches Layout
  • Realisierung in HTML5, Layoutdefinition in externer CSS-Datei
  • Einsatz moderner Webfonts für den Text
  • Verwendung gut strukturierter und gut geschriebener, fehlerfreier nicht zu kurzer Texte
  • Ausreichende Schriftgröße, dazu passender Zeilenabstand
  • Texte aus Kundensicht geschrieben („wie kann ich Ihr Problem lösen“)
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Einfaches, klar strukturiertes Menü
  • Beachtung aller rechtlichen Bestimmungen von Absurdistan, so schwachsinnig sie auch immer sein mögen
  • Den Inhalt der Seiten aktuell halten

Don’t do:

  • Verwendung selbst geknipster „Schnappschüsse“ jeglicher Art
  • Grelle Farben, tristes, schwarzes oder Layout Marke „Umsatzsteuer-Voranmeldung“
  • Fonts, Farben etc. mittels veralteter HTML-Tags definieren
  • Einsatz von Flash oder komplette Flash-Seiten
  • Times New Roman- und Verdana-Fonts
  • Seiten mit nur ein paar Wörtern bzw. Zeilen
  • Viele Rechtschreibfehler, kein roter Faden im Text, keine Absätze
  • Kleine Schrifthöhe, geringer Zeilenabstand („Kleingedrucktes-Stil“)
  • Reine Selbstdarstellung („ich bin toll“)
  • Verwirrende, komplizierte Menüführung
  • Lücken hinsichtlich der rechtlichen Bestimmungen
  • Die Webseite nach Fertigstellung „vergessen“

Wenn Sie eine möglichst perfekte Webseite erstellen möchten buchen Sie am besten einen Experten, der sich damit auskennt, zum Beispiel mich!

Kommentare

Kommentare

  1. Fackelmann schrieb:

    Schöner Beitrag – mit vielen wichtigen Details. Besonders die Dauerbaustelle einer Homepage. Wohl eines der am häufigsten vergessenen Details von Webseiten :-). Merci für die Zusammenfassung.

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