Geschrieben von Christian Schnettelker

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Die Eierköpfe

Beim sogenannten „Surfen“ im Web schaue ich mir natürlich regelmäßig auch die Arbeiten anderer Webdesigner an, meist; um neue Ideen und Entwicklungen aufzuschnappen, man ist ja nicht alleine auf der Welt.

Als aufmerksamer Mensch stolpere ich dabei immer mal wieder über Seiten, in denen die dort verwendeten Bilder ein falsches Seitenverhältnis aufweisen und die abgebildeten Menschen entweder einen spitzen oder breiten Kopf – im Volksmund „Eierköpfe“ genannt – haben.

Ich finde nach wie vor, dass es wenig Anderes gibt, was ein Design so krass abwerten und ruinieren kann, als solchermaßen verunstaltete Bilder…Ich als Eierkopf

Warum?

Die Frage ist: warum machen diese Leute sowas? Es sollte doch nun jeder, der im Bereich Webdesign halbwegs professionell tätig ist, zumindest die Grundkenntnisse der Bedienung eines Grafikprogrammes besitzen: wie komprimiere ich ein Bild passend für das Web, wie verstärke oder reduziere ich die Farbsättigung, wie beschneide ich ein Bild passend für das Layout.

Und, nicht zuletzt, wie bediene ich das jeweilige Programm so, dass das exakte Seitenverhältnis der Bilder erhalten bleibt? Es soll mir keiner erzählen, dass könne sein Programm nicht, jedes heute gängige Grafikprogramm beherrscht die oben genannten Grundfunktionen und in der Anleitung steht auch genau, wie man das macht…

Noch mehr Eierköpfe

Das unschöne Strecken oder Stauchen von Bildern ist nicht nur auf Internetseiten beschränkt, insbesondere bei YouTube sieht man verzerrte Fotos recht häufig, da die dortigen Videos im 16:9 Format gezeigt werden.

Gerne gemacht: für Dokumentationen und Berichte wird ein Standbild einer Person oder eines Gebäudes schnell mal „passend“ in die Breite gezogen, da es dummerweise im 4:3 – Format vorliegt. Das man mit etwas Mühe die Bilder problemlos mit einem schwarzen Rand an der rechten und linken Seite setzen oder passend beschneiden könnte fällt diesen Leuten anscheinend nicht ein.

Auf mich (und sicher nicht nur auf mich) wirken diese Werke folgerichtig unprofessionell und unseriös, nach dem Motto: wenn der Regisseur sich nicht mal die Mühe macht, die Bilder korrekt zu setzen, wie fundiert ist dann die Recherche zum Thema und die Aussage des Videos? Toll ist es auch, wenn ganze Filme oder Musikvideos im falschen Seitenformat hochgeladen werden, das sieht… nein ich sag es lieber nicht!

Eierköpfe sehe ich auch häufig bei den sogenannten „Gravatars“, also den globalen Avatars, welche mit einer Email-Adresse und einem persönlichen Bild verknüpft sind und zum Beispiel Blog-Kommentare ohne Registrierung ermöglichen. Macht man sich hier bei der Einrichtung nicht die Mühe, ein passendes Foto im richtigen Seitenformat hochzuladen, läuft man halt ein Leben lang als Eierkopf zum Spott aller Webseiten-Besucher herum.

RTFM („Read that fucking manual“)

Zurück zum Webdesign: nach langem Überlegen ob der Motive dieser Leute bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese Menschen das einfach nicht sehen und / oder es ihnen schlichtweg egal ist. Wie so oft muss alles schnell schnell schnell gehen, da wird das Bild halt per Hand nach Augenmaß verändert, ohne die programmtechnischen Möglichkeiten zu kennen oder sich einmal damit zu beschäftigen.

Würde ich selber in der Position eines Kunden sein, wären solche Bilder in den Referenzseiten eines potentiellen Webdesigners, neben inflationär genutzten Fonts, hüpfenden bzw. springenden Animationen, kunterbunten Farbverläufen, miserabler Rechtschreibung und „Gothik-Layout“ (meine liebevolle Bezeichnung für Seiten mit einem tristen, schwarzer Hintergrund) ein definitives Ausschlusskriterium.

Letztlich müssen Sie natürlich selber wissen, was Ihnen bei der Auswahl eines Webdesigners wichtig ist, ich jedenfalls arbeite seit langem mit meinen Grafikprogrammen, kenne die wichtigsten Funktionen, besitze langjährige Erfahrung in der Optimierung von Bildern für den Einsatz im Netz und gebe mir Mühe, die gegeben Seitenverhältnisse immer penibel einzuhalten. Meine Kunden sind halt keine Eierköpfe.

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