Geschrieben von Christian Schnettelker

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Die drei Grazien

Die folgende, geheimnisvolle Nachricht, welche mich heute gute 30 mal über meine verschiedenen Email-Postfächer erreicht und stark ergriffen hat, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Hi, meinen Namen Irina. Meine Freundin aus der Stadt Balingen, in der Erde hat Baden-Wurttemberg gesagt, dass du die Bekanntschaft mit das Madchen suchst, und ich bat die Weise, um sich mit dir zu verbinden. Ich das einsame Madchen. Ich suche den Mann, und ich will lernt dich kennen.

Mein Alter 30 Jahre, die Grosse neben 169 Zentimeter, das Gewicht die 56 Kilogramme, die Farbe des Haares – kastanien. Sage mir, und ich werde dir grosser schreiben, und ich werde meine Fotografien schicken. Ich hoffe, dass ihr mir in der allernachsten Zeit antworten werdet. Ich warte mit der Ungeduld auf euren Brief.

Mir juckt es schon in den Fingern, diesem 56 „Kilogramme“ leichten, einsamen Mädel mit den kastanienfarbenem Haar in der „allernachsten“ Zeit zu antworten, schreibt die schöngeistige Irina mich doch gegen Ende des Werkes sogar im Majestätsplural an. Nur, wer ist diese „Grosse“ neben den 169 Zentimetern?

Es scheint auch noch eine dritte Dame im Spiel zu sein, eine ominöse, weise Freundin aus Balingen in der Erde. Möglicherweise handelt es sich hier um eine Chimäre, ist sie halb Mensch, halb Maulwurf? Wie auch immer, selbiges Fabelwesen flüstert der kastanienfarbenen Protagonistin – vielleicht auch der mysteriösen „Grossen“ – beständig geheimnisvolle Worte wie „Baden-Wurttemberg“ ins Ohr, das klingt alles sehr spannend…

Was meinen Sie, ob ich mich mit den drei Grazien „verbinden“ soll? Auch die angekündigten Fotografien könnten interessant werden.

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Kommentare

Kommentare

  1. Michael Plugge schrieb:

    Hallo,
    ich habe nur 11 Angebote von der Irina bekommen, aber vor kurzem praktisch dieselben Emails von einer Elena, die von mir wußte, daß ich Madchen suche (obwohl ich eigentlich nicht viel für Maden übrig habe :-) ). Bis auf ein paar Kleinigkeiten stimmen die Texte überein, bei beiden steht am Ende auch die Auswahl hinter mir. Unter diesem Link steht einiges, und es sind auch einige Bilder der „Elena“ da verlinkt. Hat eigentlich jemand Bilder von der Irina? Mich würde ja interessieren wie sie aussieht, ich habe nur keine Lust auf noch mehr Spam ;-)

    Viele Grüße

    Michael

  2. Nik schrieb:

    Ich gehe stark davon aus, dass die „Erde“ hier als Land bezeichnet wird. Da im russischen „земля“ (semljá) sowohl als Land, als auch als Erde übersetzt werden kann. So wie das russische Wort „мир“ (gelesen „mir“ = Frieden, Welt).
    Daher Land/Erde – BW… aber Balingen… ich kenne keine Person aus Balingen. O_o

  3. Tanja schrieb:

    Ich habe bisher keine Post von Elena oder Irina bekommen (*schmoll*). Auch nicht von Iwan oder Wjatscheslaw, dabei gefällt mir letzterer Name ganz besonders gut.

    Ich frage mich auch immer wieder, ob es immer noch Leute gibt, die auf solche E-Mails hereinfallen, aber offenbar gibt es sie, sonst gäbe es solche E-Mails nicht. Neulich erzählte mir eine Bekannte ganz aufgeregt, dass ab 2016 in Europa jeder einen Chip in den Arm implantiert bekäme, der den Personalausweis ersetzen solle. Das habe sie in einer Zeitung im Internet gelesen. Ich habe nach dem Artikel gesucht und bin auch schnell fündig geworden: /* Entfernt, keine Werbung bitte */. Es handelt sich um einen Satire-Blog, aber meine Bekannte war nicht die einzige, die diesen Artikel für bare Münze genommen hat, wie man an den Leserkommentaren sehen kann. Man fragt sich wirklich…

    Da fällt mir gerade noch eine Seite ein, über deren Besucher ich mich immer wieder wundere: /* Entfernt, keine Werbung bitte */, eine Seite, die sich satirisch mit Esoterik auseinandersetzt. Unter anderem kann man da „Bestellungen beim Universum“ aufgeben. /* Entfernt, keine Werbung bitte */ Selbst wer sich auf den anderen Seiten nicht umgesehen hat, müsste sich darüber im klaren sein, dass es sich hier um Satire handelt. Aber die meisten Besucher nehmen diese Seite völlig ernst. /* Entfernt, keine Werbung bitte */

    Manchmal denke ich, dass man so eine Art „Reifeprüfung für das Internet“ einführen müsste, bevor man den Leuten den Zugang zum Netz gestattet.

    • „Reifeprüfung für das Internet“ – das klingt mir nach staatlicher Gängelung und Sozialismus. Der Artikel sollte in erster Linie witzig sein und sich über die automatischen Übersetzungsprogramme, die ja offensichtlich oft nur Blödsinn ausspucken, amüsieren. Nicht mehr und nicht weniger.

      Und betreff der vermeintlichen oder tatsächlichen Blödheit der Leute verweise ich gerne auf einen meiner Lieblingssprüche: „Die Dummheit der Gänse freut den Fuchs“.

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