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3. Juni 2017 // Buchbesprechung „Web Fatale“

Einige private und geschäftliche Dinge haben mich sowohl vom Lesen im Buch als auch vom Schreiben im Blog abgehalten, geschlagene zwei Monate sind vergangen. Nun ist aber zumindest meine Rezension des Buches „Web Fatale“ fertig:

Buchbesprechung Web Fatale
Web Fatale : wie du Webseiten gestaltest, denen niemand widerstehen kann
Johannes Ippen, Verlag „Rheinwerk“, 1. Auflage 2016, Broschiert 348 Seiten für 34,90 EUR
ISBN-10: 3836238985
ISBN-13: 978-3836238984


Rundumschlag

Erst einmal bin ich über dieses Buch überrascht, ich hatte eine Art von „Ratgeber“ erwartet, was genau man nach Ansicht des Autors tun muss, um eine Webseite zu gestalten, der niemand widerstehen kann. Das vorliegende Buch erwies sich aber mehr als eine Art von „Rundumschlag“, eine Projekt-Beratung, wie sie vielleicht auch eine gute Werbe- oder Web-Agentur leisten würde (wenn man sich diesen Luxus leisten kann).

Zur Form: Ippens Schreibstil ist jung, modern, gut lesbar, es gibt wenig bis keine kompliziert verschachtelten Sätze. Im Buch sind zahlreiche Abbildungen der angesprochenen Seiten („Screenshots“) enthalten, was nützlich ist, damit man die Seiten nicht selber aufrufen und dafür das Buch weglegen muss.

Der Autor beginnt mit Kapiteln zur Bedienbarkeit und Benutzererfahrung, natürlich spricht er von „Usability“ und „User Experiences“ – dazu komme ich noch. Sie sind ein kurzer Abriss der im von mir bereits rezensierten Buch „Don’t make me think!“ enthaltenen Informationen, letzteres Buch ist hier wesentlich ausführlicher. Also auch hier: das Buch gibt einen Hinweis, auf diesen Punkt zu achten und ein paar Beispiele, geht aber nicht in die Tiefe.

Weiter geht es mit allerlei Erfolgsgeschichten und Beispielen, wie andere den Erfolg erreicht haben – recht interessant. Gut gefallen haben mir die Checklisten zu jedem Kapitel, das ist hilfreich und praxisbezogen. Web Fatale endet schließlich mit Kapiteln zur Vermarktung („Marketing“), großen Wert legt Ippen dabei zurecht auf die sozialen Medien.

Mir fehlt im Buch zumindest die Ansprache rechtliche Aspekte, z.B. Urheberrecht, Datenschutz-Hinweispflichten, Cookie-Banner etc.. So wenig mir das auch gefällt und sosehr ich es zum Teufel wünsche muss ich mich, der eine Webseite in Deutschland betreiben und nicht abgemahnt werden möchte, einmal damit beschäftigen – alles andere wäre töricht.

Zwischenfazit

Das Buch macht meines Erachtens Sinn für Leute, die eine Webseite planen, ohne tief ins Detail zu gehen. Der Untertitel des Werkes könnte vielleicht konkreter

Was Sie bei der Planung, Gestaltung und Vermarktung Ihres Webauftritts beachten sollten, damit dieser erfolgreich wird

lauten. Ich gebe aber zu, dieser Untertitel ist weit weniger griffig.

Was mir nicht gefallen hat

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten, das kann ich leider nicht auslassen. Erst einmal neigt der freundliche Herr Ippen stark zu Anglizismen, mir kräuselten sich beim Lesen des Öfteren die Fußnägel. Hier eine kleine Liste der schlimmsten Konstruktionen, die ich gesammelt habe:

Usercase / Daily Active Users / Windowed Interfaces / gelayoutet / Performance / Redesign / Lifestyle / Launch / Sessions / Hard Facts / Bildschirmusabilty / Overlays / Involvement / Consumption Design / Mall / Nutzerflow / Typefaces / Expericence Design / Teaser / Lifestyleentscheidungen / Flagshipstore / Feature Walkthrough / Moodboards / Storytelling / Touchdevices / Wording / Notifications / Location / Onboarding

Mir ist schon klar, dass manche Begriffe sich nicht vermeiden lassen und einige Anglizismen nur deswegen vorkommen, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Trotzdem ist mir die häufige Verwendung englischer Begriffe und abenteuerliche Kombinationen aus Deutsch und Englisch („Bildschirmusabilty“, „Lifestyleentscheidungen“) stark negativ aufgefallen.

Eine solche Ausdrucksweise wird unserer schönen und exakten Sprache nicht gerecht, wir sollten mit diesem uns anvertrauten Erbe verantwortungsvoller umgehen und nicht alles gedankenlos dem Zeitgeist opfern. Bei mir jedenfalls erreicht sie fast das Gegenteil des Gewünschten; sie wirkt nicht kompetent und frisch, sondern eher anbiedernd und allzu offensichtlich um Modernität bemüht.

Dann ist der Autor wohl Anhänger der Geräte des Herstellers mit dem Obst-Logo, diese neigen nach meiner Erfahrung praktisch von Natur aus stark zu Missionierung. Er sagt es nicht direkt, aber man kann zwischen den Zeilen lesen, dass er diese in jeder Hinsicht gegenüber anderen Produkten für überlegen hält. Hier hätte ich mir mehr Neutralität gewünscht, denn nicht alle sehen das so oder sie sehen es sogar vollkommen anders – zu Letzteren darf ich mich auch zählen.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis an den Verlag: auf Seite 211 gibt es einen doppelten Absatz (oder stellt dies einen Aufmerksamkeitstest dar?).

Fazit

Man kann den Kauf dieses Buches durchaus empfehlen, allerdings eher weniger dem typischen Webdesigner, der für die optische Gestaltung und die Technik verantwortlich ist. Dieser wäre nach meinem Geschmack mit spezielleren Ratgebern, die in die Tiefe gehen, besser bedient.

Empfehlen würde ich „Web Fatale“ Projekt-Verantwortlichen, die eine Webseite als Ganzes betrachten, Fehler vermeiden und das Projekt zum wirtschaftlichen Erfolg führen möchten. In manchen Fällen ist Webdesigner und Projekt-Verantwortlicher aber auch ein- und dieselbe Person, dann schadet es sicher nicht, dieses Buch gelesen zu haben.

1. April 2017 // Neuer Bußgeldkatalog

Da ich mich zukünftig nicht mehr ständig über stets gleichen Fehler von Webdesign-Kunden ärgern möchte tritt ab heute, dem 01. April 2017, mein neuer, drakonischer Bußgeldkatalog für Webdesign-Kunden in Kraft.

Hier eine Auflistung der Verfehlungen und den zukünftigen Strafen:

■ Anrufe morgens vor 9:00 Uhr: 100 EUR
■ Anrufe morgens vor 9:00 Uhr mit Bitte um sofortigen Rückruf: 300 EUR
■ Fax-Sendeversuche auf der Telefonleitung: 50 EUR je Wahlwiederholung
■ Beantwortung einer Email unter statt über dem Ursprungstext: 70 EUR

■ 20 Bilder mit je 5 MB einzeln schicken statt einen Clouddienst zu nutzen: 300 EUR
■ Personenbilder nicht nach dem Namen der abgebildeten Person benennen: 200 EUR
■ Ankündigung, irgendwann einmal irgendetwas zu schicken: 80 EUR je Ankündigung

■ Vergessene Email-Anhänge: 60 EUR pro Rückfrage
■ „Habe die Bilder schonmal passend verkleinert“ und Hochkantbilder: 60 EUR pro Bild, mindestens aber 200 EUR
■ Komplizierte Liste mit zahlreichen Änderungsanweisungen schicken statt einer Datei mit dem korrigierten Text: 50 EUR pro Korrektur
■ Mich mit sich immer wieder ändernden Textfassungen verwirren: 100 EUR pro Fassung

Prügelstrafen

Die folgenden, besonders schwerwiegenden Verfehlungen werden mit einer Prügelstrafe belegt:

■ Anrufe am Montagmorgen vor 10:00 Uhr: 20 Schläge
■ Stundenlanges Hinterhertelefonieren für eine Kleinigkeit, die per Email hätte geschrieben werden können: 30 Schläge
■ Schnippische Bemerkungen und Besserwisserei: 50 Schläge

Mit freundlichem Gruß
Ihr Webdienstleister

19. Februar 2017 // Bochumer Herrschaften

Viele Leute sind anscheinend von meiner Seite begeistert, heute fand ich wieder einmal einen Text, der mich doch stark an den Einleitungstext meines Auftritts erinnert:


In diesem Falle hielt sich der Konkurrent allerdings zurück, bis auf den hier gezeigten Abschnitt fand ich keine weiteren, von meiner Seite „inspirierten“ Text und verzichte daher auf die Vergabe eines Plagiator-Codenamens. Sowieso habe ich mit dem letzten Plagiator noch zu tun, dazu werden Sie im Laufe des Jahres voraussichtlich mehr lesen können.

„Ihre Webseite von ihren Betrieb aus Essen“

Im hier dargestellten Fall hapert es dann doch deutlich mit dem Deutsch, der erste Satz aus meinem Text-Fundus ist, damit er in das Konzept passt, grammatikalisch äußerst fragwürdig verändert worden. Gleiches gilt für den letzten Satz, garniert wird das Ganze noch mit Flüchtigkeitsfehlern. Weiterlesen

4. Februar 2017 // manoftaste.de im Jahre 2022

Ich befürchte, wenn das so weitergeht wird meine Seite im Jahre 2022 ungefähr so aussehen:

Schon jetzt klicke ich die Cookie-Banner nur noch genervt weg, da bin ich bestimmt nicht der Einzige.

25. Dezember 2016 // Rückblick auf 2016

Das Jahr endete leider, wie es begann: mit Gewalt. Wir trauern um die 12 Toten in Berlin und leiden mit den Schwerverletzten des Terror-Anschlages vom 19. Dezember 2016, von denen sicher nicht wenige fürs Leben gezeichnet sein werden.

Tempus fugit
Zumindest ich kam unbeschadet durch das Jahr, nennenswerte Probleme und Schwierigkeiten blieben mir erspart. Hier die Liste der größeren in 2016 realisierten Projekte: Weiterlesen

9. Dezember 2016 // https

Seit ein paar Tagen ist meine Domain manoftaste.de auf https umgestellt, wird also verschlüsselt übertragen. Dies betrifft erstmal nur die Hauptseiten und nicht diesen Blog noch das Webdesign-Lexikon.

Ehrlich gesagt gab es keinen direkten Grund, dies zu tun, ich hatte gesehen, dass mein Provider die kostenlosen Zertifikate von Let’s Encrypt unterstützt und wollte es einfach einmal ausprobieren. Allerdings wird sich ab 2017 einiges zum Thema Verschlüsselung ändern, dazu später mehr.

Let’s Encrypt

Das Zertifikat war dann in der Tat schnell erstellt, wesentlich länger dauerte es, die richtige Befehlskombination in der .htaccess herauszufinden, damit die Weiterleitung von http zu https sowohl mit als ohne vorangestelltes www funktioniert und die Sonderfälle Blog und Lexikon von dieser Änderung unberührt bleiben. Auf diesen Punkt sollte jeder Webdesigner besonders achten und in seinem eigenen Interesse und natürlich im Interesse der Kunden SEO-konform handeln. Weiterlesen

18. November 2016 // Automatische Silbentrennung in Chrome 55

Eine gute Nachricht für alle, sowohl für Webdesigner als auch Smartphone-Nutzer: wenn ich alles richtig verstanden habe wird Chrome als zur Zeit meist genutzter Browser in der kommenden Version 55 nun endlich auch die automatische Silbentrennung („hyphens“) unterstützen. Dies verkündete Hauptentwickler Serg Hospodarets in einem Tweet auf Twitter:

Chrome adds CSS „hyphens“ rule support, which makes it cross-browser

Siehe dazu auch https://www.chromestatus.com/features/5642121184804864. Firefox und sogar der IE/Edge unterstützen hyphens schon seit vielen Jahren. Gerade für Texte in Deutsch mit relativ langen Wörtern ist es eine extrem nützliche Eigenschaft.

Endlich endlich endlich!

Nachtrag vom 09. Dezember 2016

Ein Satz mit x – das war wohl nix. Habe heute Chrome auf die Version 55 aktualisiert und keine Veränderung feststellen können. Ein netter Kommentator klärte mich dann auf:

It should be noted that the ’auto’ value (i.e. automatic hyphenation) is NOT supported in Chrome 55 on the Windows platform, and that this will be added at a later point.

Na toll, ich werde wohl kaum extra für Chrome die CSS-Einstellungen diverser Seiten auf „manual“ ändern und muss wohl weiter warten. Ärgerlich!

13. November 2016 // No man not a gentleman can insult me

Zu keinem anderen Artikel der letzten nun auch schon vier Jahre, die ich diesen Blog betreibe, gab es soviele Kommentare wie zu „SEO? Nie gehört…“. Nur einer davon war positiv, mehrere Hater hatten anscheinend im Leben nichts besseres zu tun und arbeiteten sich intensiv daran ab.

Des Kaisers neue Kleider

Ich fasse nochmal kurz zusammen, was ich damals „Verwerfliches“ von mir gab:

  1. Bei einem kurzen Test der Mitbewerber im Raum Ruhrgebiet stellte ich fest, dass viele (nicht alle) grundlegende Suchmaschinen-Einstellungen missachten.
  2. Ich äußerte die Meinung, dass eine professionelle Agentur auch professionell handeln müsse und so viele gravierende SEO-Fehler vom Profi nicht toleriert werden können.

Das war auch schon alles, es wurden im Artikel keine Namen, sondern nur Fakten genannt. Es gab auch keine Screenshots zu sehen, über die man auf eine zu mir konkurierende Seite schließen könnte. Weiterlesen