Geschrieben von Christian Schnettelker

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Bochumer Herrschaften

Viele Leute sind anscheinend von meiner Seite begeistert, heute fand ich wieder einmal einen Text, der mich doch stark an den Einleitungstext meines Auftritts erinnert:


In diesem Falle hielt sich der Konkurrent allerdings zurück, bis auf den hier gezeigten Abschnitt fand ich keine weiteren, von meiner Seite „inspirierten“ Text und verzichte daher auf die Vergabe eines Plagiator-Codenamens. Sowieso habe ich mit dem letzten Plagiator noch zu tun, dazu werden Sie im Laufe des Jahres voraussichtlich mehr lesen können.

„Ihre Webseite von ihren Betrieb aus Essen“

Im hier dargestellten Fall hapert es dann doch deutlich mit dem Deutsch, der erste Satz aus meinem Text-Fundus ist, damit er in das Konzept passt, grammatikalisch äußerst fragwürdig verändert worden. Gleiches gilt für den letzten Satz, garniert wird das Ganze noch mit Flüchtigkeitsfehlern.

Ich habe mir die Inhaber der Konkurrenzfirma – es handelt sich um zwei junge Herren aus der Nachbarstadt Bochum – einmal angeschaut; schlagartig war mir klar, was hier los ist, aber mehr sage ich dazu lieber nicht. Stattdessen hier mein korrigierter und verbesserter Textvorschlag:

Webdesign in Essen
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So richtig gefällt mir das aber nicht, es klingt hölzern und der letzte Satz kommt gleich polternd mit Zusatzangeboten ins Haus.

Was die Herren nicht wissen: ich hatte mir bei der Formulierung gerade des oberen Bereiches der Startseite einiges gedacht, um konkret auf den Punkt zu kommen und potentielle Kunden optimal anzusprechen. Durch die hier vorgenommenen unüberlegten Umbauten funktioniert das nicht mehr so recht – das ist „Der Fluch der bösen Tat“, wie es Schiller formulierte.

Webdesign für überall

Die zwei Herren beschränken sich bei ihrer (vermutlich neu begonnenen) Tätigkeit nicht auf Bochum, weit gefehlt. Um möglichst den kompletten Großraumes Rhein-Ruhr abzudecken hat man für jede größere Stadt eine eigene Unterseite angelegt: Webdesign Bochum, Webdesign Dortmund, Webdesign Essen, Webdesign Hattingen, Webdesign Düsseldorf, Webdesign Köln.

Daher habe ich mir bei auch einmal den SEO-Score der Startseite der beiden Bochumer Herren angeschaut, er liegt bei ziemlich erschütternden 57%, ist nach Schulnoten also mehr mangelhaft als gerade noch ausreichend.

Der Wert für die „Landing-Page“, auf welcher sich der von meiner Seite „inspirierte“ Text befindet, unterbietete das mit 44% (sehr mangelhaft) noch einmal, es wimmelt von Fehlern, die praktische jede SEO-Testseite anmahnt. Damit sind wir wieder bei den Aussagen meines oft kritisierten Artikels „SEO? Nie gehört…“ vom April 2014 angekommen. Dabei wirbt man doch so nett um die Gunst des Kunden (Schreibfehler wurden korrigiert):

Wir schauen uns Ihre Website genauer an und optimieren sie in der Hinsicht, sodass sie besser bei Google auffindbar ist und Sie dadurch mehr Reichweite bekommen.

Also wird wiedereinmal viel heiße SEO-Luft produziert und wenig handwerklich solide Arbeit geliefert.

Zuwenig

Das Wort „zuwenig“ beschreibt praktisch alle Plagiatoren, die mir in den letzten Jahren begegnet sind: zuwenig Lust bzw Talent, um Texte selber zu schreiben, zuwenig Bildung für eine halbwegs korrekte Rechtschreibung bzw. Grammatik und zuwenig Ahnung von grundsätzlichen Methoden der Suchmaschinenoptimierung.

Die Folge: zuwenig Kunden.

Kommentare

Kommentare

  1. Pascal schrieb:

    Viel mehr sollte man sich auch wirklich über den Nutzen dieser in der SEO-Szene sogenannten „City Pages“ Gedanken machen. Wirklich großen Nutzen haben diese Seiten für den Besucher ja nicht. Der Inhalt dieser Seiten ist allein schon fast immer bloß durch Spinning-Werkzeuge generiert worden.

    Das mag vor einigen Jahren bei wenig Konkurrenz noch wunderbar funktioniert haben, gerade bei Suchbegriffen wie „Webdesign Stadt“, „SEO Stadt“ und Co sind die ersten Seiten aber alle voll von Unterseiten dieser Art – gerade auch bei kleineren Städten. Und es verbirgt sich in den meisten dieser Fälle natürlich dann gar kein Anbieter aus der jeweiligen Stadt. Spannend fände ich hier Besucherstatistiken. Meiner Meinung nach dürfte die Absprungrate auf den Unterseiten zu anderen Städten höher sein als auf jener zur eigenen Stadt. Der Besucher dürfte eben meist wirklich einen Anbieter suchen, der in der gesuchten Stadt sitzt.

    Die volle Konzentration auf die eigene Stadt und eine damit verbundene gute Platzierung dürfte oftmals für mehr Wirkung sorgen.

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