Buchbesprechung „Web Fatale“

Einige private und geschäftliche Dinge haben mich sowohl vom Lesen im Buch als auch vom Schreiben im Blog abgehalten, geschlagene zwei Monate sind vergangen. Nun ist aber zumindest meine Rezension des Buches „Web Fatale“ fertig:

Buchbesprechung Web Fatale
Web Fatale : wie du Webseiten gestaltest, denen niemand widerstehen kann
Johannes Ippen, Verlag „Rheinwerk“, 1. Auflage 2016, Broschiert 348 Seiten für 34,90 EUR
ISBN-10: 3836238985
ISBN-13: 978-3836238984


Rundumschlag

Erst einmal bin ich über dieses Buch überrascht, ich hatte eine Art von „Ratgeber“ erwartet, was genau man nach Ansicht des Autors tun muss, um eine Webseite zu gestalten, der niemand widerstehen kann. Das vorliegende Buch erwies sich aber mehr als eine Art von „Rundumschlag“, eine Projekt-Beratung, wie sie vielleicht auch eine gute Werbe- oder Web-Agentur leisten würde (wenn man sich diesen Luxus leisten kann).

Zur Form: Ippens Schreibstil ist jung, modern, gut lesbar, es gibt wenig bis keine kompliziert verschachtelten Sätze. Im Buch sind zahlreiche Abbildungen der angesprochenen Seiten („Screenshots“) enthalten, was nützlich ist, damit man die Seiten nicht selber aufrufen und dafür das Buch weglegen muss.

Der Autor beginnt mit Kapiteln zur Bedienbarkeit und Benutzererfahrung, natürlich spricht er von „Usability“ und „User Experiences“ – dazu komme ich noch. Sie sind ein kurzer Abriss der im von mir bereits rezensierten Buch „Don’t make me think!“ enthaltenen Informationen, letzteres Buch ist hier wesentlich ausführlicher. Also auch hier: das Buch gibt einen Hinweis, auf diesen Punkt zu achten und ein paar Beispiele, geht aber nicht in die Tiefe.

Weiter geht es mit allerlei Erfolgsgeschichten und Beispielen, wie andere den Erfolg erreicht haben – recht interessant. Gut gefallen haben mir die Checklisten zu jedem Kapitel, das ist hilfreich und praxisbezogen. Web Fatale endet schließlich mit Kapiteln zur Vermarktung („Marketing“), großen Wert legt Ippen dabei zurecht auf die sozialen Medien.

Mir fehlt im Buch zumindest die Ansprache rechtliche Aspekte, z.B. Urheberrecht, Datenschutz-Hinweispflichten, Cookie-Banner etc.. So wenig mir das auch gefällt und sosehr ich es zum Teufel wünsche muss ich mich, der eine Webseite in Deutschland betreiben und nicht abgemahnt werden möchte, einmal damit beschäftigen – alles andere wäre töricht.

Zwischenfazit

Das Buch macht meines Erachtens Sinn für Leute, die eine Webseite planen, ohne tief ins Detail zu gehen. Der Untertitel des Werkes könnte vielleicht konkreter

Was Sie bei der Planung, Gestaltung und Vermarktung Ihres Webauftritts beachten sollten, damit dieser erfolgreich wird

lauten. Ich gebe aber zu, dieser Untertitel ist weit weniger griffig.

Was mir nicht gefallen hat

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten, das kann ich leider nicht auslassen. Erst einmal neigt der freundliche Herr Ippen stark zu Anglizismen, mir kräuselten sich beim Lesen des Öfteren die Fußnägel. Hier eine kleine Liste der schlimmsten Konstruktionen, die ich gesammelt habe:

Usercase / Daily Active Users / Windowed Interfaces / gelayoutet / Performance / Redesign / Lifestyle / Launch / Sessions / Hard Facts / Bildschirmusabilty / Overlays / Involvement / Consumption Design / Mall / Nutzerflow / Typefaces / Expericence Design / Teaser / Lifestyleentscheidungen / Flagshipstore / Feature Walkthrough / Moodboards / Storytelling / Touchdevices / Wording / Notifications / Location / Onboarding

Mir ist schon klar, dass manche Begriffe sich nicht vermeiden lassen und einige Anglizismen nur deswegen vorkommen, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Trotzdem ist mir die häufige Verwendung englischer Begriffe und abenteuerliche Kombinationen aus Deutsch und Englisch („Bildschirmusabilty“, „Lifestyleentscheidungen“) stark negativ aufgefallen.

Eine solche Ausdrucksweise wird unserer schönen und exakten Sprache nicht gerecht, wir sollten mit diesem uns anvertrauten Erbe verantwortungsvoller umgehen und nicht alles gedankenlos dem Zeitgeist opfern. Bei mir jedenfalls erreicht sie fast das Gegenteil des Gewünschten; sie wirkt nicht kompetent und frisch, sondern eher anbiedernd und allzu offensichtlich um Modernität bemüht.

Dann ist der Autor wohl Anhänger der Geräte des Herstellers mit dem Obst-Logo, diese neigen nach meiner Erfahrung praktisch von Natur aus stark zu Missionierung. Er sagt es nicht direkt, aber man kann zwischen den Zeilen lesen, dass er diese in jeder Hinsicht gegenüber anderen Produkten für überlegen hält. Hier hätte ich mir mehr Neutralität gewünscht, denn nicht alle sehen das so oder sie sehen es sogar vollkommen anders – zu Letzteren darf ich mich auch zählen.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis an den Verlag: auf Seite 211 gibt es einen doppelten Absatz (oder stellt dies einen Aufmerksamkeitstest dar?).

Fazit

Man kann den Kauf dieses Buches durchaus empfehlen, allerdings eher weniger dem typischen Webdesigner, der für die optische Gestaltung und die Technik verantwortlich ist. Dieser wäre nach meinem Geschmack mit spezielleren Ratgebern, die in die Tiefe gehen, besser bedient.

Empfehlen würde ich „Web Fatale“ Projekt-Verantwortlichen, die eine Webseite als Ganzes betrachten, Fehler vermeiden und das Projekt zum wirtschaftlichen Erfolg führen möchten. In manchen Fällen ist Webdesigner und Projekt-Verantwortlicher aber auch ein- und dieselbe Person, dann schadet es sicher nicht, dieses Buch gelesen zu haben.

Neuer Bußgeldkatalog

Da ich mich zukünftig nicht mehr ständig über stets gleichen Fehler von Webdesign-Kunden ärgern möchte tritt ab heute, dem 01. April 2017, mein neuer, drakonischer Bußgeldkatalog für Webdesign-Kunden in Kraft.

Hier eine Auflistung der Verfehlungen und den zukünftigen Strafen:

■ Anrufe morgens vor 9:00 Uhr: 100 EUR
■ Anrufe morgens vor 9:00 Uhr mit Bitte um sofortigen Rückruf: 300 EUR
■ Fax-Sendeversuche auf der Telefonleitung: 50 EUR je Wahlwiederholung
■ Beantwortung einer Email unter statt über dem Ursprungstext: 70 EUR

■ 20 Bilder mit je 5 MB einzeln schicken statt einen Clouddienst zu nutzen: 300 EUR
■ Personenbilder nicht nach dem Namen der abgebildeten Person benennen: 200 EUR
■ Ankündigung, irgendwann einmal irgendetwas zu schicken: 80 EUR je Ankündigung

■ Vergessene Email-Anhänge: 60 EUR pro Rückfrage
■ „Habe die Bilder schonmal passend verkleinert“ und Hochkantbilder: 60 EUR pro Bild, mindestens aber 200 EUR
■ Komplizierte Liste mit zahlreichen Änderungsanweisungen schicken statt einer Datei mit dem korrigierten Text: 50 EUR pro Korrektur
■ Mich mit sich immer wieder ändernden Textfassungen verwirren: 100 EUR pro Fassung

Prügelstrafen

Die folgenden, besonders schwerwiegenden Verfehlungen werden mit einer Prügelstrafe belegt:

■ Anrufe am Montagmorgen vor 10:00 Uhr: 20 Schläge
■ Stundenlanges Hinterhertelefonieren für eine Kleinigkeit, die per Email hätte geschrieben werden können: 30 Schläge
■ Schnippische Bemerkungen und Besserwisserei: 50 Schläge

Mit freundlichem Gruß
Ihr Webdienstleister

aerztenetz-grafschaft.de neu gemacht

Die kürzlich abgeschlossene Neugestaltung der Webseiten des Grafschafter Ärztenetzes zog sich insgesamt über vier Monate hin, der Grund dafür war, dass sowohl hinsichtlich Layout als auch in Sachen Text praktisch kein Stein auf dem anderen geblieben ist.

Ziel der Arbeit war es nicht nur, die mobilen Geräte zu unterstützen, in der neuen Version sollten auch die Arbeit des Vereins hinsichtlich Förderung von Medizinstudenten und Ärzten der Region herausgestellt werden. Weiterlesen

Bochumer Herrschaften

Viele Leute sind anscheinend von meiner Seite begeistert, heute fand ich wieder einmal einen Text, der mich doch stark an den Einleitungstext meines Auftritts erinnert:


In diesem Falle hielt sich der Konkurrent allerdings zurück, bis auf den hier gezeigten Abschnitt fand ich keine weiteren, von meiner Seite „inspirierten“ Text und verzichte daher auf die Vergabe eines Plagiator-Codenamens. Sowieso habe ich mit dem letzten Plagiator noch zu tun, dazu werden Sie im Laufe des Jahres voraussichtlich mehr lesen können.

„Ihre Webseite von ihren Betrieb aus Essen“

Im hier dargestellten Fall hapert es dann doch deutlich mit dem Deutsch, der erste Satz aus meinem Text-Fundus ist, damit er in das Konzept passt, grammatikalisch äußerst fragwürdig verändert worden. Gleiches gilt für den letzten Satz, garniert wird das Ganze noch mit Flüchtigkeitsfehlern. Weiterlesen

Sicherheitstechnik Rust

Deutschland ist zum Eldorado für reisende Einbrecherbanden geworden, Häuser werden aufgebrochen, Autos ausgeschlachtet, metallene Grablampen auf Friedhöfen abgeschraubt, die Kupferdächer der Kirchen und Kapellen abgedeckt, Bankautomaten gesprengt, Solaranlagen des Nachts demontiert, Oberleitungen der Züge gekappt und ganze Felder fremdgeerntet. Man könnte fast meinen, unser Land wäre zur Plünderung freigegeben worden.

Dementsprechend herrscht bei den Menschen im Lande Angst und bei den Anbietern und Dienstleistern im Bereich Sicherheitstechnik Hochbetrieb; kürzlich bekam ich (vielleicht auch in diesem Zusammenhang) den Auftrag, die Internetseite der Firma Sicherheitstechnik Rust aus Wesel zu überarbeiten.

Da eine alte Joomla-Version und ein nicht an mobile Geräte angepasstes Layout verwendet wurde blieb außer ein paar Textstellen nicht viel der bisherigen Seite erhalten, das Logo, sämtliche Dokumente zum Download und fast alle Bilder mussten erneuert werden. Weiterlesen

manoftaste.de im Jahre 2022

Ich befürchte, wenn das so weitergeht wird meine Seite im Jahre 2022 ungefähr so aussehen:

Schon jetzt klicke ich die Cookie-Banner nur noch genervt weg, da bin ich bestimmt nicht der Einzige.

Lingenfelser reponsive

Gestern ging die komplett erneuerte Praxishomepage von Dr. med. Andreas Lingenfelser, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie aus Münster, online.


Für jede Seite wurde ein Bild aus der ebenfalls kürzlich neu gestalteten Praxis in der Königsstraße als Hintergrundbild gewählt, Dr. Lingenfelser hat sämtliche Aufnahmen sogar selber aufgenommen.

Mittels Javascript werden die großen Hintergrundbilder sanft eingeblendet, als Gimmick gibt es zusätzlich im Menü eine Schaltfläche, mit deren Hilfe man die Texte ausblenden kann, um die Fotos komplett zu sehen.

Rückblick auf 2016

Das Jahr endete leider, wie es begann: mit Gewalt. Wir trauern um die 12 Toten in Berlin und leiden mit den Schwerverletzten des Terror-Anschlages vom 19. Dezember 2016, von denen sicher nicht wenige fürs Leben gezeichnet sein werden.

Tempus fugit
Zumindest ich kam unbeschadet durch das Jahr, nennenswerte Probleme und Schwierigkeiten blieben mir erspart. Hier die Liste der größeren in 2016 realisierten Projekte: Weiterlesen